Dienstag, 23. Februar 2016

Meine Diplomarbeit [Fragen und Gedanken 2]

Ich möchte hier noch einmal zum vorigen Post zurückkommen.

Natürlich ist nicht immer alles so rosig, wie unten beschrieben. Manchmal hader ich auch gewaltig, frage mich, wie relevant und wissenschaftlich mein Thema denn überhaupt ist, frage mich, wie ich mir das herausnehmen kann, über so ein Thema zu schreiben?! Soll ich das nicht denen überlassen, die's wirklich was angeht? (...)

Dann kommt noch die Recherche dazu, und alles was ich lese. Und das ist echt nicht schön teilweise, diese Diskriminierung, wie die Situation vor 30, 40 Jahren so war, was die Kirche dazu gesagt hat und auch heute teilweise noch dazu sagt.
Ehrlich gesagt, dafür schäme ich mich und das finde ich ganz schrecklich teilweise, und da hader ich immens mit mir selbst und meinem Glauben und "meiner" Kirche.
Aber umso mehr weckt das in mir den Willen, weiterzumachen!

Donnerstag, 11. Februar 2016

Mein Diplomarbeitsthema [Fragen, Gedanken, und ein Regenbogen]

Ich studiere Theologie und Englisch auf Lehramt, und schreibe nun meine Diplomarbeit in ersterem Fach.
Mein Erstfach hat im Laufe des Studiums bei so manchen Nicht-Christen ja oft ungläubige Blicke und viele Fragen aufgeworfen. Oft wurde das aber auch ganz gut aufgenommen.

Was nun hinzukommt, ist doppelt so spannend: mein Diplomarbeitsthema, das ein in der Kirche heikles ist (hier muss man Kath. Kirche von Theologie unterscheiden; Theologie ist die Wissenschaft, da fällt die Beschäftigung mit dem Thema leichter).
Da kommen dann noch ungläubigere Blicke, und ganz lustige Fragen:
"Achso, aha, na wie geht denn das, gibt's dazu überhaupt etwas, gibt's da denn Literatur dazu?"

Naja klar, sicherlich, sonst hätt ich mich nicht auf das Thema eingelassen :D außerdem isses nicht so, dass das Thema verschwiegen wurde (in der Theologie), im Gegenteil, man beschäftigte sich schon in den 80er und 90er Jahren damit! Es gab ja auch Theologen und Theologinnen, die da mittendrin steckten, und damals auch noch einiges durchmachten, und das ändern wollten! Da wurden ganz tolle Projekte entwickelt, Theologien ausgearbeitet, da war was los!
Überhaupt sprach ich mit meinem Betreuer darüber, dass doch damals die Menschen fast mutiger waren, in Aufbruchsstimmung, Kirche verändern wollten; heute, nach so vielen Jahren des Gleichstands, fällt das schwer, da kehrt man der Kirche leichter den Rücken zu und sucht sich etwas anderes in der pluralen Welt.

Witzig ist auch, wenn das dann nicht so Freigeistler sind, sondern eher Kirchenzugehörige, die aber nicht so offen sind. Dann diese stummen Blicke, dieses Nicken, und das Suchen nach irgendeinem Kommentar, und die möglichen Gedanken: "Ja, wie kann denn die nur?! Ja, ist denn die ...? Um Gottes Willen!".

Ich mag mein Thema wahnsinnig gern, ich brenn dafür (auch wenn die Zeit läuft und die Arbeit manchmal nervt). Ich find's so spannend, so aktuell, so konkret und praktisch!

Und noch viel besser: ich kam letztens erst (ja, das hat lange gedauert!) auf die Doppeldeutigkeit des Regenbogens! Der steht ja theologisch gesehen für den Bund Gottes mit den Menschen, also DER Vertrauensbeweis schlechthin, DAS Ja Gottes zu den Menschen, das ICH BIN DA FÜR DICH! Das begann ja schon im Alten Testament, zog sich durch den ganzen Mist, den die Leute da durchmachen mussten, durch bis ins Neue Testament, wo dieser Bund dann durch Jesus erneuert wurde, durch Jesus, der sich JEDEM Menschen zuwandte. Wo's dann heißt: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28,20).



Ok, ich prokrastinier hier, ich geh wieder schreiben ;-) aber das wollt ich nur mal loswerden.

Dienstag, 9. Februar 2016

Wien, Wien, nur du allein! [Ein Liebesbrief]

Ach Wien, endlich haben wir uns wieder!
Nach einem halben Jahr Pause darf ich nun für drei Monate wieder bei dir verweilen, und das länger als nur eine Nacht pro Woche (bei meinem Bruder auf der Couch). Ich bin zurück, und ich freu mich!

Das war nicht immer so. Wir beide hatten's ja nicht so leicht am Anfang... Zog ich bei dir ein, bedeutete das doch die eine noch viel schwerere Fernbeziehung, die nun aber so viele Jahre überstanden hat, und noch immer besteht.

Aber wir zwei, liebes Wien, das war nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick. Vermutlich auch nicht auf den zweiten oder dritten. Drei Jahre lief's mehr schlecht als recht mit uns, das war ein kleiner Kampf, und einige Tränen wurden vergossen. So wohl hab ich mich nicht bei dir gefühlt...

Etwas (gefühls-)kalt warst du, etwas windig, kaum warst du etwas aufgetaut, musste ich wieder weg (im Sommer). Wir fanden nicht so recht zueinander. Mit Arbeit hast du mich zugedeckt, den Freiraum nahm ich mir hauptsächlich dann, wenn ich weg war (in Oberösterreich). In dem einen Jahr in und mit London hab ich eindeutig romantischere Stunden verbracht, als Anfangs mit dir, kaum nahm ich mir die Zeit, dich zu entdecken... Das war dumm von mir, entschuldige bitte!

Vor 3, spätestens vor 2 Jahren lernte ich dich dann näher kennen und lieben! Ich schiebs ja auch gern auf den Freundeskreis, den du mir gezeigt hast, so lernte ich dich gleich von einer anderen Seite kennen, sehr familiär und unternehmungslustig zeigtest du dich.

Dennoch beschloss ich letztes Jahr, zugunsten meiner eigentlichen Liebe nach Oberösterreich zurückzugehen (dass das irgendwann passieren würde, war ohnehin klar). Und plötzlich, als ich schon dabei war, hier alles aufzugeben, und mich auch richtig auf "zuhause" freute, hast du aufgemacht, und dich von deiner besten Seite gezeigt! Ich wollte mehr von dir, entdeckte neue Seiten an dir, und verliebte mich in dich, langsam, aber sicher...

Oh Wien! Nun waren wir also getrennt, ich doch glücklich bei meinem Schatz, aber fern von dir, und immer nur auf Besuch da. Das war auch nicht richtig, zumindest für den Zeitpunkt, da ich noch nicht fertig war mit dir (und dem Studium). Nun also zurück - auf Anfang? Nein, aber zumindest zu dir.

Ein neuer Bezirk, neues Glück, und noch ein bisschen Zeit gemeinsam. Die werden wir auch noch auskosten, und dann werd ich dich - und uns - gut in Erinnerung behalten...