Freitag, 21. Oktober 2016

Wenn sich Politiker christliche Nächstenliebe auf ihre Fahnen schreiben...

Ich hatte dieses Thema hier schon mal (zumindest so ähnlich)...
Ich werd aber einfach SO "haß", wenn ich merke, dass (die christliche) Religion verdreht, und für politische Zwecke missbraucht wird. Ja, Religion darf auch politisch sein, aber Politik sollte nicht unbedingt religiös sein!

Ich find's einfach ekelhaft, wenn die Nächstenliebe aus der Bibel, die Nächstenliebe Jesu gegenüber ALLEN Menschen so interpretiert wird, dass es plötzlich nur um den "näheren" Nächsten geht, und nicht um die "nicht-so-ganz-nahen" Nächsten (schon alleine die Begriffe machen das ganze hier so unsinnig?!).

Ich kann ja als Politiker sagen, dass ich religiös bin. - Das muss ich aber nicht so zur Schau tragen - man hat als Politiker, gerade als Anwärter für das Bundeskanzleramt, ja eine Verpflichtung dem ganzen Volk gegenüber - und nicht nur Christen, oder gar nur Katholiken!

Man davon abgesehen, dass hier einfach alles verdreht wird, wie zum Beispiel auch die Begründung, warum der Wechsel von katholischer zur evangelischer Kirche - und dann aber die besondere Ansprache an die katholischen Christen (alle anderen - also Christen, von anderen Religionen sprechen wir noch gar nicht - sind es scheinbar nicht wert erwähnt zu werden...). Warum wohl...

Vor Wochen schon wollte ich auf den Slogan "Macht braucht Kontrolle" reagieren. Auch da kam mir fast das "Speim" - beide Worte allein sind schon "heikel", aber in einem Satz, in Zusammenhang gebracht, wirkt das auf mich beängstigend, ja furchterregend. Mit Macht und Kontrolle spielt man nicht, und in den Händen von Politikern (die auch noch solche Aussagen tätigen) finde ich das sehr gefährlich!

Eben gerade diese Tatsache, dass ich mich dazu nicht geäußert hab, stimmt mich nachdenklich - ganz oft denke ich mir, ich muss doch auf diese Statements reagieren, darf sie nicht unkommentiert lassen. Dann aber wieder: wer bin ich schon, was nützt meine Stimme? Diese Statments sind ja auch so gemacht, dass sie (auch negative) Kommentare heranziehen, um so an Reichweite zu gewinnen. Ich bin aber zu dem Entschluss gekommen: Ich muss dazu etwas sagen, ich kann das nicht unkommentiert an mir vorbei gehen lassen - und wenn ich mich nur Freunden oder der Familie gegenüber äußere. Die Rhetorik, die Sprache die hier verwendet wird, gefällt mir nicht, wie mir auch die Handlungen dieser politischen Richtung nicht gefällt. Und deswegen muss ich meinen Mund aufmachen!

Freitag, 14. Oktober 2016

Öko - es lässt mich nicht mehr los!

Vegetarischer/veganer Lebensstil, Bio-Einkäufe, plastikfreie Lebensmittel, faire Kleidung, ... (die Liste könnte man noch fortsetzen)

Alle oben genannten Punkte kann ich nicht mal ansatzweise einhalten. Und dennoch: es lässt mich nicht mehr los! Ein Leben, ein Alltag ohne Gedanken an einen ökologischeren Lebensstil geht für mich einfach nicht mehr! Ich lese täglich irgendwelche Artikel drüber, bei Maddie, bei Tanja, usw. Täglich werde ich inspiriert, informiert, und erlebe, wieviele sich Gedanken über einen nachhaltigeren Lebensstil machen (Das ich nebenbei mit Fragen wie "Bringt das überhaupt was? Was machen wir da? - Ist das überhaupt relevant, wenn 99% der Menschen sich einen Sch... um die Umwelt scheren?" ringe, ist hier mal nebensächlich).

Gestern bin ich zum Beispiel auf Rob Greenfield gestoßen - er rennt jetzt 30 Tage mit Müll bepackt durch die Gegend, und zwar jenem Müll, den er produziert. Dabei hält er sich nicht zurück, sondern orientiert sich am Durchschnittsamerikaner, der ca. 2kg Müll pro Tag produziert - das sind 60kg im Monat!! 60 KILOGRAMM! Ein Wahnsinn. (Funfact: Rob schafft es nicht ganz, damit mitzuhalten :D er produziert etwas weniger Müll).

Um zum Thema zurückzukehren: Ich bin also echt nicht gut darin, diesen nachhaltigen Lifestyle mitzumachen. Aber ich versuch's wo's geht. Möchte faire Kleidung kaufen, wenn ich mal das Geld hab. Interessiere mich für Secondhandshops. Gehe mehr in die Bücherei oder kaufe Secondhandbücher und DVDs, anstatt neue einmal zu lesen und sie dann im Regal verstauben zu lassen. Zuhause (in Ö; gerade befinde ich mich in Großbritannien) lief die Sache mit bio, plastikfrei und regional auch relativ gut - relativ in dem Sinne, dass ich immer wieder schöne Alternativen fand, und die Sache somit auch gut verfolgen konnte (der Holismarkt in Linz musste derweil leider zusperren...).
Hier in GB is das so eine Sache - aber dazu ein anderer Post.

Was bedeutet das für mich?
Für mich gehts weiter: ich möchte mich weiterentwickeln, ich möchte mich mehr engagieren, ich möchte wirklich nachhaltiger leben! Gerade is da noch vor allem die Geldfrage, aber ich hoffe sehr, dass ich das auf die Reihe griege - weil es mir wirklich ein Anliegen ist.

Was ich dabei gar nicht abkann, sind die fragwürdigen, ungläubigen, zweifelhaften Blicke und die (ja, da bin ich hart!) Ausreden, mit denen ich immer wieder konfrontiert werde. Wieso verstehen die Leute nicht, dass es hier um unsere Umwelt geht, unseren Lebensraum? Es liegt an uns, unseren Entscheidungen, jeden Tag neu und neu, und ich möchte nicht, dass meine Entscheidungen belächelt oder abgetan werden!
Es ist mir wahnsinnig wichtig. Dass ich andere Leute und deren Einstellungen nicht ändern kann, muss ich wohl oder übel akzeptieren. Dennoch ist es mein insgeheimer Wunsch, dass das Thema noch mehr Aufmerksamkeit erfährt, und dass sich die Leute wirklich dafür einsetzen.

Auf was will ich hier eigentlich hinaus?
Vorerst nur mal meine Gedanken aufschreiben, sortieren.
Ich bin nicht mal ansatzweise dort wo ich hinwill. Aber wichtig ist es mir, mich mit dem Thema "Nachhaltig und ökologisch leben" auseinanderzusetzen, ihm nicht aus Bequemlichkeit oder Coolheit die Tür vor der Nase zuzumachen.
Und ja, ich bin eine kleine Weltverbesserin, aber deswegen noch lang keine Träumerin...

Fragen über Fragen - und Antworten!

Ich weiß nicht so ganz wie ich den Post beginnen soll.
Ich weiß auch nicht so ganz was mir der Blog hier bringen soll.
Wer liest diesen Schmarrn hier eigentlich?! :D
Was ist das ganze hier - für mich/für euch - für wen ist es eigentlich?
Was tut sich hier eigentlich noch - und vor allem: ist es das eigentlich wert?

Ich weiß (es) nicht.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich hier tu, für wen, für was, warum.
Ich hab entweder nicht die Energie, die Zeit, die Ideen, die Überwindung, dass ich hier was schreib.
Aber ich weiß eines: wenn ich schreib, dann mag ich's! Dann ist es mir wichtig, dann möcht ich was loswerden. Und das schreiben, das tu ich auch eigentlich ganz gern! Dann denk ich über Themen nach, die mir wichtig sind, möchte meine Meinung zu der Sache reflektieren und hier - in meiner virtuellen Ecke, wo ich meinen Mund aufmachen kann (gut, kann ich ja sonst auch, so isses nicht; aber schriftlich war und bin ich immer noch besser als mündlich) - meinen Senf abgeben.

Und wer mag, der liest sich hier die ganze Sache durch :)
Und wer mag, darf hier auch gern seinen Senf dazu abgeben!

Und ich schreib wenn's mich freut, und wenn nicht, dann nicht.
So einfach is das - und trotzdem rechtfertige ich mich hier - schon eine verrückte Welt!

Montag, 12. September 2016

Na servas...


Dieser Blog ist gerade in etwa so zach wie die Bundespräsidentenwahl in Österreich.
Der Unterschied besteht dann aber vielleicht darin, dass sich hier die letzten Monate genau nix getan hat, es beim Thema "BPW in Österreich" aber drunter und drüber gegangen ist.
Wie so viele bin ich mittlerweile auch genervt, war der Mai doch auch gerade wegen der Stichwahl sehr aufreibend, und als ich endlich aufatmen wollte, ging das (böse) Spiel weiter.

Nun ist es so, dass ich ab Ende September einen Job im Ausland antrete, wo ich Österreich gewissermaßen vertrete oder repräsentiere oder zumindest näherbringen soll. Da könnt ihr euch natürlich vorstellen, was es hieß, als die Wahl auf den 2. Oktober verschoben wurde. Gleich mal (für mich) gute oder schlechte Neuigkeiten verkünden?! Nun wird sich diese Frage zumindest zeitlich noch etwas verschieben.

Ich war gespannt, aber zumindest beruhigt, dass ich meine Wahlkarte noch vorher abholen und wieder aufgeben konnte. Jetzt also erst im November oder Dezember (oder noch später?!), das heißt dann also Wahlkarte ins Ausland schicken lassen. Hatte ich schon mal, auch kein Drama, aber natürlich ist das ein wenig mehr Aufwand als gemütlich 2 Minuten ins Wahllokal zu spazieren. Noch dazu kommt, dass ich dann doch nervös bin, ob denn die Karte auch gut ankommt und gezählt wird.

Weil persönlich davon betroffen, find ich die Forderungen à la "Briefwahl abschaffen" lächerlich, ja eigentlich sogar fürchterlich bzw. eine "Beschneidung" meiner Rechte. Was soll das bitte?! Wir leben nicht im 18. Jahrhundert, sondern im 21. und damit in einer globalisierten Welt, in der unzählige Menschen sich im Ausland bzw. nicht an ihrem Hauptwohnsitz befinden!
Ich hoff mal, dass es nicht soweit kommt und so unsinnigen Forderungen nachgegeben wird...

Genug aufgeregt.
Wie's hier weitergeht ist genauso ungewiss wie der Ausgang der BPW (auf die Wahlbeteiligung bin ich ja schon mal gespannt!). Ich möchte nebenbei die kommenden Monate auch über mein Auslandsjahr berichten, aber das tu ich ein bisschen privater, auf einem eigenen Blog, auch um nicht so zu vermischen.
Für genug Aufregung ist auf alle Fälle gesorgt...

Montag, 18. April 2016

Conscious consumption [organic, fair, ...]


Fair Fashion beschäftigt mich als Thema schon sehr lange, bringt mich aber auch immer in ein persönliches Dilemma. Vor 2-3 Jahren bin ich auf die Thematik aufmerksam geworden, durch Nunu und ihr Buch, Rana Plaza und die Fair Fashion Revolution und zuletzt auch durch Madeleine und ihre Umstellung auf Fair Fashion Mode.
Dabei geht es aber für mich um mehr als "nur" Fair Fashion: Seit kurzem verwende ich den Begriff "Conscious consumption", denn es geht nicht nur darum, fair oder organic (bio) einzukaufen, sondern nachhaltig und bewusst zu konsumieren, hier speziell in Bezug auf Kleidung. Das geht auch mit dem Gedanken eines genügsameren Lebens einher, mit dem Wunsch, mit weniger glücklich zu sein (Stichworte Minimalism, Capsule Wardrobe, usw.).

Ich wollte schon ständig hier über Fair Fashion/Conscious Consumption schreiben, wusste aber  nicht, wo ich eigentlich anfangen sollte. Deswegen möchte ich in diesem Post erstmal zwei Fragen aufgreifen: "Warum Conscious Consumption?" und "Wie geht es mir dabei, bewusst zu konsumieren?".


Warum überhaupt bio, fair, nachhaltig, bewusst, ...?
Hier kann man unterschiedlich ansetzen, vielleicht bei der Frage: Um was geht es? Um mich selbst, um andere Menschen, um die Umwelt? Mir geht es eigentlich um alle drei Punkte. Im Idealfall heißt das:
Ich will keine bzw. so wenig Chemie auf meiner Haut tragen, und die ist nachweislich in herkömmlicher Kleidung drin.
Ich will, dass die NäherInnen und alle anderen ArbeiterInnen fair bezahlt werden und unter menschlichen Bedingungen arbeiten können.
Ich möchte, dass möglichst ressourcenschonend produziert wird. Wenn man sich vor Augen hält wieviel Liter Wasser die Produktion eines Tshirts verbraucht, kann einem schon mal kurz übel werden...
Soviel dazu. Zu all diesen Themen gibt es im www gaaanz viel mehr Information, ich empfehle Greenpeace, Fair Fashion Revolution, usw.

Aber wie gehts mir persönlich damit?
Tja, ich tu mir noch immer schwer bewusst und fair zu konsumieren, vor allem mit meinem Studentbudget. Zudem ist einfach die Verlockung durch die Modegeschäfte da: ich möcht mich auch modisch kleiden, und kann mich da nicht immer gänzlich zurückzuhalten. Zudem, weil Fair Fashion nicht nur eine Geldfrage ist, sondern auch eine Frage der Auswahl:  Manche Sachen gibts einfach kaum in "fair" und "bio".

Andererseits gruselts mir jedesmal wenn ich ein bekanntes Geschäft betrete - der penetrante Geruch, die Masse an Klamotten, die Preise, bei denen man genau weiß, dass das nicht "fair" ablaufen kann (und nein, auch teurer ist nicht gleich fair produziert!)... Da bin ich ganz schnell wieder raus.
Schlecht wird mir auch bei solchen oder ähnlichen Geschichten: Eine Bekannte erzählt, dass ihre Klamotten immer so schnell Löcher bekommen, und sie deswegen froh ist, wenn sie 7-8 Shirts um 50 Euro bekommt, anstatt für eines 25 zu zahlen. Da ist es ihr dann auch egal, wenn sie die nur ca. 6 Mal anzieht. Nein, nein, nein!, hab ich mir gedacht, das darf einfach nicht sein - so eine Einstellung ist die falsche! Klar versteh ich (vor allem das preisliche) Problem, aber unsere Einstellung zu Kleidung und ihres Wertes muss sich ändern! Ein Shirt nur 6x anzuziehen, ist einfach zu wenig, der ökologische Fußabdruck ist eh schon enorm! (Natürlich möcht ich auch nicht mit Löchern in meinen Kleidern rumlaufen.)

Oftmals fehlen mir aber die Alternativen zu Fast Fashion. Ein fairer Bikini ist preislich einfach (noch) nicht drin, genauso wie ich kein faires Kleid für meine Diplomprüfung gefunden hab... Nach und nach zieht aber das eine oder andere faire Teil in meinen Kleiderschrank ein, so letztens ein Sommerrock und ein Kleid (beides von ArmedAngels), die ich hoffentlich ganz lange habe. Ich hoffe, mich in nächster Zeit mehr über Second Hand drüber zu trauen (was ja besonders in die Rubrik "bewusst/nachhaltig" fällt) , um mich auch modisch kleiden zu können, aber trotzdem meinen Anforderungen gerecht werden zu können. Da fehlt es mir oft noch an Überwindung, aber Second Hand kann auch sicher richtig viel hergeben! Man findet ganz tolle Sachen und spart gleichzeitig ein bisschen Geld. Die Schadstoffe aus der Kleidung haben sich hoffentlich zu einem Großteil schon ausgewaschen, und vor allem ist es kein neu produziertes Kleidungsstück, was die Umwelt besonders freut :).

Fair Fashion und bewusstes Konsumieren ist für mich eine Reise. Ich muss nach und nach meine Gewohnheiten umstellen, jedesmal Entscheidungen und Käufe überdenken und bewusst treffen. Zum Teil gelingt es mir schon ganz gut, oft falle ich in alte Traditionen zurück.
Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick zum Thema Conscious Consumption geben! Für Erfahrungen, Tipps und Informationen bin ich jederzeit offen :)


PS: Am 24. April (also in 6 Tagen) ist nicht nur Bundespräsidentenwahl in Österreich, sondern auch FASHION REVOLUTION DAY! Rana Plaza jährt sich zum 3. Mal, und deswegen sollen einige Aktionen darauf aufmerksam machen. Mehr Infos findet ihr unter www.fashionrevolution.org. Join the movement!

PPS: Und nein, nein, nein - H&M ist auch mit seiner Conscious Collection und seinem Textil-Recyceln nicht gut!! Die Conscious Collection ist ein Witz (siehe Nunus Stellungnahme), und Klamotten recyclen zahlt sich in dem Ausmaß nicht aus - außerdem: Kleidung abladen, nur um wieder neue zu kaufen? Nee!!

Donnerstag, 17. März 2016

Like & Dislike

 
Was ich zur Zeit mag:

- Chorsingen:
Weil's so schön ist, Freude macht, ablenkt von irgendwelchen Sorgen, weil Musik machen einfach super ist!

- Soundtracks hören beim Arbeiten/Lernen:
Besonders von "Becoming Jane" und "500 Days of Summer" - ich könnt sie immer wieder hören, sooo gute Lieder! Habt ihr noch irgendwelche Vorschläge?


Was ich zur Zeit nicht mag:

- Unnötige Leute in den Öffis:
Grundsätzlich immer, aber jetzt besonders - grantige Leute in Bus, Bim und Ubahn; Leute die den Eingang versperren bzw. gleich reinstürmen bevor man selbst überhaupt mal ausgestiegen ist usw. ... Liste beliebig zu erweitern :-D

- Der "Passierschein A38":
Ich hoff der sagt euch was (ich hoff ihr habt früher "Asterix und Obelix" geschaut!). Das Stichwort, wenn es um unnötige, ewig lange Email-Verkehre, Formulare und Sprechstundenbesuche geht, weil man das Studium zu Ende bringen will. Hurra, wer liebt das nicht?! :-P


Produktiverer Content is' grad nicht, weil stressig. Formatierung und Rechtschreibung auch nicht, da ich das eh in meiner Diplomarbeit bis zur Perfektion ausüben muss...


Was "liket" und "diskliket" ihr gerade so?

Sonntag, 6. März 2016

Penny Lane and Mersey River [Der etwas andere Liverpool and Manchester Guide]

Im Februar verbrachte ich eine Woche mit K. und J. in Großbritannien - in Liverpool, Bangor (Wales) und Manchester. Was ich euch hier erzähle ist eine Mischung aus Reisebericht und Reisetipps.

Liverpool, du hast mich angesteckt! Mit deinem Charme und deinem Beatlesfieber! Die gesamte Zeit die wir dort verbrachten, hatte ich Ohrwürmer im Kopf...
Entweder diesen oder diesen oder den hier. Oh ja, ich kann nichts dafür, gerade die Anfangsphase der Beatles ist für mich purer Rock'n'Roll, und auch der "Nowhere Boy" Film hat's mir angetan!

Aber zurück zu den Städten:
Geschlafen haben wir in den zwei größeren in den YHA Hostels, und die sind nur zum Empfehlen! Sauber, modern, mit Bar usw. - Hostels halt (Ohropax nicht vergessen, sowie Flipflops fürs Badezimmer), aber echt gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Liverpool (und auch irgendwie Manchester, wobei wir uns kaum an den "Canals" aufhielten, bis auf die Tatsache, dass das Hostel in Manchester an einem lag), erinnert mich ja ein kleines bisschen an Hamburg. Sagen wir, das "englische Hamburg". Der Fluss, die Backsteine, der Dock, usw.
Letzterer hat's mir ja wirklich angetan - der Albert Dock in Liverpool mit Beatles Museum und den vielen Cafes, echt total nett <3

Wir haben - sowohl in Liverpool als auch in Manchester dann - ein "Zeitrafer" Cafe entdeckt. Dort zahlt man pro Minute. Ja, wirklich! 8 Pence, um genau zu sein. Wurde dann von uns auch ausprobiert, am Albert Dock. Mit Selbstbedienung, und, leider, das was das Manko für mich, gekauftem und viel zu süßem Kuchen. Also irgendwie witzig, die Idee, und total lieb eingerichtet, aber da bevorzuge ich bessere Cafes...
In ein Take-Away Cafe zog es mich ja ständig, ich komm nicht drum rum: Pret a manger! Hm, so lecker, die Sandwiches, die Kuchen und die süßen Speisen... Ich könnt jeden Tag dort reingehn.

Ansonsten war's für mich so wunderbar wieder bei Tesco, Marks and Spencer oder Sainsbury's zu stöbern, Englisch zu sprechen, die Leute zu beobachten, usw.

In Liverpool gingen wir auch am Abend aus, ins Cavern Quater, wo überall Livemusik spielte.
Untertags sind außerdem noch sehenswert: die zwei großen Kathedralen, die katholische und anglikanische (letztere zählt zu den größten Kathedralen der Welt), das chinesische Viertel und die vielen Vintageläden in der Stadt.

Manchester hat sicher auch viel zu bieten, leider machte uns der Regen ein bisschen einen Strich durch die Rechnung, und wir waren auch schon etwas müde von der gesamten Reise. Doch auch für schlechtes Wetter gibt es genug Programm: die John Rylands Bibliothek mit dem Papyrus 52 (einem griechischen Originalfragment des Johannesevangeliums), das Museum of Science of Industry (gratis Eintritt und riesengroß!) und das Stadtzentrum mit Cafes, Bibliotheken, usw.

Beide Städte haben mich überzeugt, ich komm auf jeden Fall zurück - hoffentlich früher als später... ;-)

Bio, und so...

Ich wollt eigentlich viel mehr machen, eine viel größere Umstellung, auch mit der Hilfe des Blogs.
Fairer, biologischer, saisonaler, regionaler (...) kaufen, kochen, mich ernähren, ankleiden usw.

Tja, so einfach sind Gewohnheiten nicht zu ändern, mir geht's zumindest so.
Da is die regelmäßige Cola, die mich zum Arbeiten wachhalten muss, mit deren Verpackung ich nicht's besser mach. Oder das Studentenbörserl, das mich doch auch oft zu Sachen greifen lässt, die nicht bio sind, einfach weil sie billiger sind. Ach.

Aber ich denk, ich geh doch in die richtige Richtung. Sich bei jeden Einkauf bewusst werden, was man wählt, abwägen und drüber nachdenken, und sich immer mehr für die oben genannten Kriterien entscheiden, sind doch schon mal richtige Schritte.

So wie letztens, in der Drogerie. Gerade bei Pflegeprodukten greif ich zu fast nichts anderem mehr als Naturprodukten (und die Eigenmarken der Naturlinie bei den großen Drogeriemärkten sollen gar nicht mal so schlecht abschneiden, hab ich letztens gelesen). Da kommt mir fast nichts anderes mehr in die Tüte, geschweige denn auf die Haut. Denn wer will sich schon Plastikmist ins Gesicht schmieren? (Und tatsächlich, der ist in manchen Sachen wirklich drin!).

Denkt mal drüber nach.
Ich selbst möcht noch neue Sachen ausprobieren, noch natürlicher werden. Kokosöl zum Beispiel, oder Birkenzucker für die Zähne. Mit meiner Bambuszahnbürste bin ich schon megahappy.

Sollte ich nur noch bei der Ernährung mehr drauf achten. Vor allem wollte ich mich wirklich mal - aus Spaß, um zu sehen wie's mir geht - vegetarisch bzw. vegan ernähren.
Aber das kommt auch noch. Jetzt erstmal die anspruchsvoll Studienendzeit rumbringen, und dann widme ich mich meinen Projekten :)

Wie geht's euch dabei? Probiert ihr manchmal was Neues aus?

Dienstag, 23. Februar 2016

Meine Diplomarbeit [Fragen und Gedanken 2]

Ich möchte hier noch einmal zum vorigen Post zurückkommen.

Natürlich ist nicht immer alles so rosig, wie unten beschrieben. Manchmal hader ich auch gewaltig, frage mich, wie relevant und wissenschaftlich mein Thema denn überhaupt ist, frage mich, wie ich mir das herausnehmen kann, über so ein Thema zu schreiben?! Soll ich das nicht denen überlassen, die's wirklich was angeht? (...)

Dann kommt noch die Recherche dazu, und alles was ich lese. Und das ist echt nicht schön teilweise, diese Diskriminierung, wie die Situation vor 30, 40 Jahren so war, was die Kirche dazu gesagt hat und auch heute teilweise noch dazu sagt.
Ehrlich gesagt, dafür schäme ich mich und das finde ich ganz schrecklich teilweise, und da hader ich immens mit mir selbst und meinem Glauben und "meiner" Kirche.
Aber umso mehr weckt das in mir den Willen, weiterzumachen!

Donnerstag, 11. Februar 2016

Mein Diplomarbeitsthema [Fragen, Gedanken, und ein Regenbogen]

Ich studiere Theologie und Englisch auf Lehramt, und schreibe nun meine Diplomarbeit in ersterem Fach.
Mein Erstfach hat im Laufe des Studiums bei so manchen Nicht-Christen ja oft ungläubige Blicke und viele Fragen aufgeworfen. Oft wurde das aber auch ganz gut aufgenommen.

Was nun hinzukommt, ist doppelt so spannend: mein Diplomarbeitsthema, das ein in der Kirche heikles ist (hier muss man Kath. Kirche von Theologie unterscheiden; Theologie ist die Wissenschaft, da fällt die Beschäftigung mit dem Thema leichter).
Da kommen dann noch ungläubigere Blicke, und ganz lustige Fragen:
"Achso, aha, na wie geht denn das, gibt's dazu überhaupt etwas, gibt's da denn Literatur dazu?"

Naja klar, sicherlich, sonst hätt ich mich nicht auf das Thema eingelassen :D außerdem isses nicht so, dass das Thema verschwiegen wurde (in der Theologie), im Gegenteil, man beschäftigte sich schon in den 80er und 90er Jahren damit! Es gab ja auch Theologen und Theologinnen, die da mittendrin steckten, und damals auch noch einiges durchmachten, und das ändern wollten! Da wurden ganz tolle Projekte entwickelt, Theologien ausgearbeitet, da war was los!
Überhaupt sprach ich mit meinem Betreuer darüber, dass doch damals die Menschen fast mutiger waren, in Aufbruchsstimmung, Kirche verändern wollten; heute, nach so vielen Jahren des Gleichstands, fällt das schwer, da kehrt man der Kirche leichter den Rücken zu und sucht sich etwas anderes in der pluralen Welt.

Witzig ist auch, wenn das dann nicht so Freigeistler sind, sondern eher Kirchenzugehörige, die aber nicht so offen sind. Dann diese stummen Blicke, dieses Nicken, und das Suchen nach irgendeinem Kommentar, und die möglichen Gedanken: "Ja, wie kann denn die nur?! Ja, ist denn die ...? Um Gottes Willen!".

Ich mag mein Thema wahnsinnig gern, ich brenn dafür (auch wenn die Zeit läuft und die Arbeit manchmal nervt). Ich find's so spannend, so aktuell, so konkret und praktisch!

Und noch viel besser: ich kam letztens erst (ja, das hat lange gedauert!) auf die Doppeldeutigkeit des Regenbogens! Der steht ja theologisch gesehen für den Bund Gottes mit den Menschen, also DER Vertrauensbeweis schlechthin, DAS Ja Gottes zu den Menschen, das ICH BIN DA FÜR DICH! Das begann ja schon im Alten Testament, zog sich durch den ganzen Mist, den die Leute da durchmachen mussten, durch bis ins Neue Testament, wo dieser Bund dann durch Jesus erneuert wurde, durch Jesus, der sich JEDEM Menschen zuwandte. Wo's dann heißt: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28,20).



Ok, ich prokrastinier hier, ich geh wieder schreiben ;-) aber das wollt ich nur mal loswerden.

Dienstag, 9. Februar 2016

Wien, Wien, nur du allein! [Ein Liebesbrief]

Ach Wien, endlich haben wir uns wieder!
Nach einem halben Jahr Pause darf ich nun für drei Monate wieder bei dir verweilen, und das länger als nur eine Nacht pro Woche (bei meinem Bruder auf der Couch). Ich bin zurück, und ich freu mich!

Das war nicht immer so. Wir beide hatten's ja nicht so leicht am Anfang... Zog ich bei dir ein, bedeutete das doch die eine noch viel schwerere Fernbeziehung, die nun aber so viele Jahre überstanden hat, und noch immer besteht.

Aber wir zwei, liebes Wien, das war nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick. Vermutlich auch nicht auf den zweiten oder dritten. Drei Jahre lief's mehr schlecht als recht mit uns, das war ein kleiner Kampf, und einige Tränen wurden vergossen. So wohl hab ich mich nicht bei dir gefühlt...

Etwas (gefühls-)kalt warst du, etwas windig, kaum warst du etwas aufgetaut, musste ich wieder weg (im Sommer). Wir fanden nicht so recht zueinander. Mit Arbeit hast du mich zugedeckt, den Freiraum nahm ich mir hauptsächlich dann, wenn ich weg war (in Oberösterreich). In dem einen Jahr in und mit London hab ich eindeutig romantischere Stunden verbracht, als Anfangs mit dir, kaum nahm ich mir die Zeit, dich zu entdecken... Das war dumm von mir, entschuldige bitte!

Vor 3, spätestens vor 2 Jahren lernte ich dich dann näher kennen und lieben! Ich schiebs ja auch gern auf den Freundeskreis, den du mir gezeigt hast, so lernte ich dich gleich von einer anderen Seite kennen, sehr familiär und unternehmungslustig zeigtest du dich.

Dennoch beschloss ich letztes Jahr, zugunsten meiner eigentlichen Liebe nach Oberösterreich zurückzugehen (dass das irgendwann passieren würde, war ohnehin klar). Und plötzlich, als ich schon dabei war, hier alles aufzugeben, und mich auch richtig auf "zuhause" freute, hast du aufgemacht, und dich von deiner besten Seite gezeigt! Ich wollte mehr von dir, entdeckte neue Seiten an dir, und verliebte mich in dich, langsam, aber sicher...

Oh Wien! Nun waren wir also getrennt, ich doch glücklich bei meinem Schatz, aber fern von dir, und immer nur auf Besuch da. Das war auch nicht richtig, zumindest für den Zeitpunkt, da ich noch nicht fertig war mit dir (und dem Studium). Nun also zurück - auf Anfang? Nein, aber zumindest zu dir.

Ein neuer Bezirk, neues Glück, und noch ein bisschen Zeit gemeinsam. Die werden wir auch noch auskosten, und dann werd ich dich - und uns - gut in Erinnerung behalten...


Montag, 4. Januar 2016

"Vergesst nicht euch zu erinnern"

Auch wenn der Titel des Blogposts es vielleicht andeuten könnte - nein, hier gibt's keinen Jahresrückblick, und auch keine Vorsätze für 2016 (wie auf so vielen anderen Blogs)! Ich hab zwar Wünsche, Träume, Pläne und Ziele (so wie wahrscheinliche jede und jeder von uns), aber die behalt ich für mich.

Ich möchte hier ein ganz anderes Thema anschneiden, das mir sehr am Herzen liegt: sich zu erinnern, an früher, an Zeiten, die wir (d.h. alle 20+, 30+, ja eigentlich alle unter 75 Jahren) gar nicht miterlebt haben.
Angefangen hat alles damit, dass meine Großmutter (meine anderen Großeltern leben nicht mehr) immer wieder davon erzählte, wie's war, "als die Russen da waren". Nein, sie erzählte nicht, sie ließ eher immer wieder mal Kommentare fallen. Und ich begriff nicht sonderlich viel.

Und so plante ich, meine "Oma" zu interviewen. Ich wollte wissen, wie's denn damals so "war", während dem Krieg und der Nachkriegszeit.
Vom Krieg selbst hat sie nicht so wirklich erzählt, da war sie vermutlich auch etwas zu jung, bzw. hat nicht so viel mitbekommen. Ihr Leben war geprägt von viel Arbeit. Die Mutter starb früh, meine Oma musste sich also als Älteste um ihre (Halb-)Geschwister kümmern und viel arbeiten. Viel hatten sie damals nicht, das Leben war ganz einfach. Und wenn ich "ganz einfach" schreibe, mein ich es so - kein Strom, kein Warmwasser. Kann sich das heute von uns noch jemand vorstellen?! Wohl kaum. Klingt recht romantisch für ein Wochenende in den Bergen oder so, im Arbeitsalltag schaut die Sache aber wieder ganz anders aus.

Als dann "die Russen kamen", also die russische Besatzung, musste sich meine Oma mit gut 14, 15 Jahren verstecken - sie wäre sonst vermutlich vergewaltigt worden.
Einige Tage lang musste sie in der Zwischendecke im Heustadl (= Scheune) verbringen, mit anderen Mädchen. Liegend, ohne viel Essen und Trinken, ohne der Möglichkeit auf die Toilette zu gehen...

Dies war Gott sei Dank nur in den ersten Wochen der Fall, dann kamen die Oberoffiziere, und die Lage besserte sich etwas. Zuvor wurden aber noch alle (wenigen) Wertgegenstände und Erinnerungsstücke auf primitivste und abscheulichste Art zerstört.

Ende der 40er Jahre war die Zeit wiederum von viel Arbeit geprägt, auf diversen Bauernhöfen als Art "Magd", bis meine Oma ihren Mann, meinen Opa, kennenlernte. Gemeinsam hatten sie am Anfang rein gar nichts, mussten sich über die Jahre und Jahrzehnte alles mühsam zusammensparen, um sich - für uns so normale und allgegenwärtige - Dinge wie ein Telefon, eine Küchenmaschine oder gar ein Auto leisten zu können.

Alle diese Erzählungen (es waren noch ein paar mehr) berührten mich sehr. Ich habe sie aufgenommen, und will sie abtippen, aufheben für mich und meine Familie und Nachfahren. Ich möchte, dass wir uns daran erinnern, wie's früher war, wie wenig die Leute hatten, und wie schrecklich der Krieg/die Nachkriegszeit war.

Deswegen find ichs auch schade, dass meine anderen Großeltern nicht mehr leben. Und genauso wichtig find ich es, mit anderen alten Menschen (Bekannten, weitere Verwandte) darüber zu sprechen (wenn sie es möchten). Vielleicht möchte jemand von euch auch mit den Großeltern darüber reden, oder ihr habt das bereits gemacht... Es ist so wichtig das was geschehen ist, nicht zu vergessen.