Dienstag, 22. Dezember 2015

"Einfach leben" [Infos zu Ökologie, Konsum und konsumfreien Leben]


Durch die Vorbereitung auf eine Präsentation zu Ökologie und einem "einfachen Lebensstil" bin ich bei mehreren Dokus und Diskussionen auf youtube hängengeblieben.
Wen so was interessiert, dort findet man Unmengen davon, einige besser, andere schlechter ;-)

Angefangen hab ich bei Raphael Fellmer's youtube Seite, und von da aus dann einfach weitergeklickt...

Hier wirds hoffentlich auch wieder etwas ausführlicher in diese Richtung geh'n - denn welchen Grund diese "5 Ökotipps für Anfänger" hatten, hab ich noch immer unbeantwortet lassen...

Samstag, 19. Dezember 2015

Stille Nacht [Ein Filmtipp]

Vor kurzem ist mir wieder eingefallen, dass ich mir vor zwei Jahren den Film "Stille Nacht" im Kino angesehen hab. - Natürlich ein paar Tage vor Weihnachten.

Darin geht's um die Geschichte von Joseph Mohr, dem Pfarrer der das berühmte Weihnachtslied verfasst hat, und das Dorf, in das er versetzt wurde. Der Film ist einerseits wunderschön weihnachtlich und kitschig, auf eine ganz einfache und dezente Art und Weise, andererseits stellt er die damalige Situation so gut dar, in der sich das Volk nach einem bodenständigen Glauben und der zugehörigen Liturgie sehnt (Deutsch statt Latein usw.). Mohr will die Kirche wieder näher zu den Menschen bringen.


Hier gehts zum Trailer.

Eigentlich war ich begeistert von dem Film, und als ich daran zurückgedacht habe, kam etwas Weihnachtsstimmung auf. Bei meiner "Recherche" jetzt stieß ich aber auf den Hintergrund des Films. Da sieht man das Ganze gleich mit anderen Augen, und ich weiß nicht ganz, was ich von der Sache halten soll. Ich würd' ihn am liebsten gleich noch mal sehen, diesmal mit einem anderen Vorwissen natürlich...
Den Zauber von damals wurde mir aber dennoch nicht ganz genommen...


Voraussichtlich werd ich dem Blog vor Weihnachten keinen Besuch mehr abstatten... Deswegen wünsch ich denen, die hier noch vorbeischauen Frohe Weihnachten und eine "stille" Zeit.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Mozart, Adaptionen und Theater

Seit ich ein kleines Kind war, liefen bei uns Musicals auf und ab, Mozart war eines davon. Deswegen freute ich total, als ich hörte dass das Musical in Wien wieder aufgenommen wurde. Schon ein halbes Jahr davor kauften wir Karten.

Dann saß ich drin, und wollte mich voll und ganz drauf einlassen. Noch am Abend davor bei der Autofahrt die CD gehört, die Lieder kann ich zwar ohnehin schon auswendig, aber es ist doch jedesmal wieder schön.

Nun wurde ich aber in der ersten Hälfte der ersten Hälfte (ihr versteht?!) mächtig rausgerissen. Erstmal eines der ersten Lieder ausgelassen (Roter Rock), einige Lieder(texte) umgeändert, gekürzt und rausgenommen! - Bei mir macht sich erstmal Enttäuschung breit.

Kennt ihr das? Ihr lest ein Buch, schaut dann den Film, und alles (oder einiges) ist ganz anders? Dasselbe Gefühl wie wenn man Theaterstücke mehrmals in verschiedenen Adaptionen sieht, oder eben Musicals, die dann oft Unterschiede zu den CDs aufweisen.

Uff, ich hab da manchmal ziemliche Probleme damit! Ich bin wahrscheinlich ein Gewohnheitstier ;-) Ist natürlich auch unfair, ich kenn so ziemlich jeden Text und jede Musikstelle von Mozart auswendig, und dann kommt genau das eine Lied und die eine Stelle nicht, grrml... Naja, man muss sich ja arrangieren, richtig?!

Ganz schlimm war's damals in einem Englischseminar, als wir mehrere Filmversionen von "Jane Eyre" schauten. WARUM ist das in dem einen so, dem anderen anders und im dritten ohnehin ganz verdreht?! - Tja, der Regisseur hat halt seinen eigenen Kopf...

Regie ist ja etwas, mit dem ich auch klar kommen muss - denn genau hier haben wir's wieder: einiges war sehr modern gemacht, angefangen bei den Kostümen etc. WARUM muss alles modern werden? Wenn ein Stück nun im 18. Jahrhundert spielt, sollten doch auch die Kostüme und das Bühnenbild dem angepasst werden, oder? Mozart hüpfte in strahlendweißem Shirt und Hose herum, das Barocke war nur angedeutet beim "Volk", die Familie Weber waren Hippies. Einiges ist verständlich (Mozart als Engel der Musik, oder gar als Prinz/König/Gott, ein Überirdischer sozusagen?), anderes bleibt mir suspekt.


Meinen ganzen Applaus hat der kleine eifrige Mozart (bzw. der junge Schauspieler) erhalten, der ganz emsig komponierte und dabei das Geschehen beobachtete (zuckersüß!), und die Baronin, die einfach so eine unglaubliche Präsenz und Stimme hatte <3.

Alles in allem eine gute Vorstellung, und ich werd mich sicher noch dran erinnern, aber bis zur nächsten Vorstellung/Wiederaufnahme bleib ich bei meiner CD ;-)

Donnerstag, 26. November 2015

3 Dinge die ich aktuell doof finde

Yey, positive vibes! :D

Werde ich vielleicht von Michael Buchingers Hassliste unbewusst inspiriert? (Wer ihn nicht kennt, bitte einmal auf youtube eingeben.)

Nein, mir sind nur drei Sachen aufgefallen, die ich gerade - heute - in diesem Moment - ziemlich doof finde.
Und da dies ein kurzer, knackiger Post werden soll (denn Zeit is gerade nich), leg ich gleich mal drauflos:

1. Den Facebook-Button "Ignorieren" bei Events!
Bitte?! Was soll das? Seit kurzem kann man, wenn man zu Events eingeladen wird, entweder auf "Annehmen", "Interessiert" oder "Ignorieren" drücken. Hallo, ich ignorier doch keine Events! Wie arrogant kommt denn das rüber - und arrogant ist eine Eigenschaft, die ich sowas von nicht besitze...
Wieso genügt "Absagen" nicht?!

2. Wenig bis gar keine Zeit für diesen Blog.
Vor gut einem halben Jahr war ich mit vollem Eifer bei der Sache, Ideen und Gedanken hatte ich im Kopf, das blieb auch ganz lange so bzw. habe ich jetzt auch noch immer viele davon. Nur wo ist die Zeit dafür?! Weder zum Beiträge Schreiben noch zum Sachen Umsetzen komme ich (Projekte die mir im Kopf vorschweben). Dabei gäbs so einige! Das macht mich traurig...

3. Der Black Friday!
Ein Dorn in meinen Augen... Ein Wort das mir in den Ohren weh tut.
Den Tag nach Thanks Giving nutzen die Amerikaner um mal eben fett einkaufen zu gehen - und das nutzen die Verkäufer, Geschäfte und großen Marken um mal eben wo's geht Rabatte rauszuhauen, ganz nach dem Motto "Kauft euch dumm und dämlich". Das ganze schlug auch Wellen bis nach Europa, wo das Stichwort "Black Friday" nun auch in aller Munde ist. Konsumgesellschaft olé!

Ich muss traurigerweise zugeben, dass ich morgen bzw. eher übermorgen auch wahrscheinlich ein wenig einkaufen werde, da wir uns Wiener Adventmärkte ansehen werden, und ich vielleicht schon ein paar Weihnachtsgeschenke besorgen kann.
Dennoch erkennt ihr hoffentlich den Unterschied zwischen ein paar Besorgungen machen, und ohne Grund und ohne Grenzen und nur wegen ein paar Rabatte drauflos zu shoppen...



Ansonsten hoffe ich, nicht mehr so viel Lücke zum nächsten Post zu lassen!
Macht es gut!


Sonntag, 25. Oktober 2015

Das Wort zum Sonntag: Darf ich zweifeln?

Sonntag. Ich mache mich auf zum Gottesdienst.
Ich geh nicht regelmäßig, bin keine die darauf pocht, dass man gehen muss.
Ich gehe manchmal, weil ich gerne gehen möchte, weil es mir ein Anliegen ist; manchmal, weil es Gewohnheit ist; manchmal sogar nur, weil mich das schlechte Gewissen drückt.

Heute sitze ich in der Kirche, und es schwappt nicht so ganz über. Dieses Gefühl, hier richtig zu sein. Wie sehr bin ich Christin, mit Herz und Seele? Wie sehr bin ich wirklich hier? Wäre es nicht richtiger, mal ein paar Wochen wieder zu pausieren, um auch wirklich mit ganzem Herzen bei der Sache zu sein? Um auch wirklich dieses "besondere" Gefühl zu haben, Gott ist hier in unserer Mitte, ich kann ihn spüren?

Das fällt mir manchmal sehr schwer. Ich zweifle, fühle mich etwas unwohl in diesem Gottesdienstablauf, überlege, ob das hier wirklich für mich "Gemeinschaft" ist, in den kalten Kirchenbänken, trotz des kleinen Ortes viele Leute die ich auch nicht (so gut) kenne?

Darf ich überhaupt zweifeln? Darf ich überhaupt solche Gedanken auch denken und aufschreiben? Ich, als angehende Religionslehrerin, die von der Kirche dann eingesetzt wird, und doch eigentlich "ganz" hinter ihr stehen sollte?
Wie sehr ist "ganz"? Wie sehr darf ich noch Mensch sein, mit meinen eigenen Sorgen, Überlegungen und Zweifeln?


Mir geht es nicht darum, hier zu stehen und alles zu bejahen, was von der Kirche kommt (Bei Gott, das tue ich bei weitem nicht!). Mein Glaubensweg ist eine Suche nach Gott, ein Gespräch mit Gott, das sich entwickelt, mal mit Unterbrechungen, mal mit Pausen und Funkstörungen. Und doch kommen wir immer wieder ins Gespräch. Ich möchte nicht behaupten dass meine "Verbindung nach oben" die beste ist. Aber dennoch ist da so eine wahnsinnige Sehnsucht da. Es gibt da eine Geschichte, die ich euch nicht vorenthalten möchte, denn sie drückt sehr gut einen Aspekt aus, um den es mir so sehr geht:



Eine Geschichte erzählt von einem jungen Mann, der zu einem geistlichen Lehrer kommt und bittet, sein Schüler werden zu dürfen. Der geistliche Lehrer fragt ihn: „Liebst du Gott?“ Der Schüler zögert und sagt schließlich: „Nein, ich glaube nicht, dass ich sagen kann, ich liebe Gott!“

„Hast du Sehnsucht danach, Gott zu lieben?“ fragt der Meister weiter. Beschämt senkt der junge Mann den Kopf und sagt: „Ich weiß nicht einmal sicher, ob ich die Sehnsucht habe, ihn zu lieben!“

„Aber hast du Sehnsucht danach, Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“ Da hellt sich das Gesicht des Suchenden auf und er sagt freudig: „Genau das ist es was ich spüre: die Sehnsucht danach, Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben!“ „Das genügt“, antwortet der Meister. „Komm, sei mein Schüler!“

Ich glaube, diese Sehnsucht verspüre ich.


Meine Antwort also auf meine obige Frage:
Ich darf.
Gott nimmt mich ohnehin wie ich bin, und er kommt ja gern immer wieder ins Gespräch.


PS: Woran ich aber nie zweifle, sind die Predigten unseres Pfarrers. Er findet einfach immer die richtigen Worte, und hat so einen gesunden Menschenverstand, dass es, auf gut Österreichisch, "eine richtige Freud' is"! So muss Kirche!

Dienstag, 13. Oktober 2015

5 Ökotipps für Anfänger

Oh, hat wer einen anderen Titelvorschlag?
"Öko" klingt immer ganz furchtbar... dabei hat es doch mittlerweile etwas ganz Hippes an sich ;)
Für Anfänger deshalb, weil ich erst ganz am Anfang steh, bei weitem nicht "öko" bin, immer wieder in die alten Gewohnheiten zurück verfalle... Euch geht's genauso, oder ihr habt euch noch gar nicht recht damit beschäftigt?
Gut, dann fangen wir an! Ich hab versucht aufzulisten, was man im Alltag gut umsetzen kann!
  • Glas statt Plastik:
 Plastik ist ja so ein Thema hier, und ich versuch wenn möglich darauf zu achten. Plastik durch Glas zu ersetzen geht gut bei Trinkflaschen und Säften (regional für mich von Hasenfit). Aber auch Konservendosen kann man gut ersetzen! Tomatenpassata kauf ich schon lange nur mehr das im Glas, letztens hab ich Dosenmais eben nicht in der Dose, sondern im Glas entdeckt!
Gehen wir von der Küche ins Bad. Das ist nicht so leicht, aber auch hier gibt es einige Alternativen, wo man zumindest zum Großteil Plastik mit Glas ersetzen kann. Alverde hat super Deos im Glasbehälter, die ebenso eine tolle Wirkung haben (und noch dazu Naturkosmetik UND leistbar, yey, mehrere Fliegen auf einen Schlag!). Ebenso gibt es noch Sebamed Deos, die ich auch gerne verwende.

Für unterwegs: anstatt Cola und Co sind Makava, Fritz Kola usw. eine perfekte plastikfreie Lösung! Prost!

  • Papier statt Plastik:
Auch hier gibt es gute Alternativen, die so einfach sind. DM ist wieder ein guter Tipp (nein, ich werde nicht gesponsert, ich geh da so gerne hin! ;) ). Für die Küche gibt es dort viele Teesorten die entweder nur in Papier eingepackt sind, oder gar keine Hüllen haben. Loser Tee und die regionale Alternative wäre für mich dieser hier.
Auch Sackerl (Tüten) kann man ganz easy gegen Papiertüten ersetzen - z.B. beim Jausenbrot.
Strohhalme hab ich jetzt - dank S. - nicht aus Papier, sondern gar aus Bambus! Auch nicht schlecht! :)
Auch nicht ganz Papier, aber die Vorstufe davon: Holzbretter statt Plastik! Wer will sich schon ein Stück Plastik zum Essen mit runterschneiden?!
Für das Bad habe ich vor kurzem (wieder bei DM) die ebelin Bio-Wattestäbchen aus reiner Biobaumwatte entdeckt - nur die kommen mir seitdem mehr ins Haus!
  •  verpackungsfrei:
Verpackungsfrei geht natürlich bei manchen Dingen leichter als bei anderen. Gut eignet es sich bei Obst, und Käse und Wurst wenn man einen Behälter mitbringt. Super ist es auch wenn man hier am Markt oder beim Bauern einkaufen geht, oder wenn man so einen feinen Shop in der Nähe hat, der verpackungsfreie Lebensmittel anbietet :) (Hallo Holis!).

Außerdem: Stoffsackerl statt Plastik! Ich hab mittlerweile in jeder Tasche ein extra Sackerl drin. Ganz easy, und vermeidet ganz viel Plastik!

  • Fair Kaufen/Tauschen/Second Hand Shoppen:
Ich muss gestehen, hier hab ich noch recht wenig Erfahrung. Fürs faire Shoppen fehlt mir oft noch das Geld, wobei es hier so wunderbare Labels gibt, die auch echt nicht mehr die Welt kosten! Vor dem Second Hand Shoppen gruselt es mir öfters noch ein bisschen, da bräuchte ich noch einen kräftigen Anstoß von außen... Meine erste Tauschparty war aber ein voller Erfolg! 
Deswegen an euch: Informieren, Ausprobieren, Weitersagen und ökologisch den Kleiderschrank auffrischen! :)

  • Auto vermeiden:
Für viele meiner LeserInnen wahrscheinlich kein Problem. Als StudentIn hat man sowieso das Geld dafür nicht, in der Großstadt keinen Bedarf. Bei einem gut ausgebauten Verkehrsnetz ist das auch kein Problem.

Ich selbst bin aber jetzt von der Großstadt aufs Land gezogen, und hier wird die Sache schon schwierig, aber nicht unmöglich. Ich wehre mich noch dagegen, mir ein Auto zulegen zu müssen, da ich entweder viel zu Hause arbeite, oder noch in Wien bin. Wenn ich doch mal in die nächste Stadt muss hoffe ich auf ein Car-Sharing mit Mami, oder den guten alten Bus, der mich auch immer brav in die Schule brachte. Das ist zwar oft umständlich und benötigt etwas Organisation, ich bin mir aber sicher dass ich mir viel Geld erspare, und der Umwelt ein bisschen CO2.


Ich hoffe euch haben meine Tipps interessiert. Vielleicht habt ihr euch in einigen unbewusst wiedergefunden, vielleicht aber könnt und mögt ihr noch ein paar davon umsetzen. Es ist jedenfalls ein ganz leichter Umstieg im Alltag...

Übrigens mache ich zur Zeit ein Seminar zur Umweltenzyklika des Papstes, und ich freue mich riesig darüber! Ich bin wahnsinnig gespannt und kann's nicht erwarten mich näher mit der Materie zu befassen!


Samstag, 26. September 2015

Herzenswärme



V. ist die Beste!
Ich hab ja schon mal geschrieben, dass sie toll ist, als sie zum Beispiel einen öffentlichen Brief zum Thema Flüchtlinge geschrieben hatte.

Mittlerweile hatte die Pfarre schon für eine Handvoll Asylwerber eine Wohnung organisieren können, und vorgestern sind sie eingezogen.

Heute, als wir durch den Ort spazierten, waren wir 2 natürlich neugierig. V., sicher die Mutigere von uns zwei, meinte dann, als wir vor dem Pfarrheim standen: "Läuten wir doch an!".
'Nein, das kannst ja nicht machen, geh, wer weißt ob die aufmachen, vielleicht stören wir die...?'
Ich überwand mich und stellte mich neben V. vor die Tür.

Diese war ohnehin offen, und etwas zaghaft gingen wir hinein. Ein Junge stand da, wir sagten Hallo und Willkommen, und da saß dann schon der süße kleine 5-Jährige, der mir später seine kleine aber feine Stofftiersammlung vorführte. Da kam schon seine Mutter, die uns herzlich umarmte. So viel Freude, das war so wunderbar!!!

Natürlich blieb es nicht bei einem kurzen Hallo, wie das bei uns Österreichern so üblich ist – erst mal vorsichtig herantasten… Nein, wir wurden gleich auf einen Saft eingeladen, und obwohl die Familie kaum Englisch geschweige denn Deutsch konnte, wurde sich mit Händen und Füßen und dem Online-Übersetzer unterhalten und das wichtigste ausgetauscht.

Dann noch eine Verständnisschwierigkeit, wann wir sie denn durch den Ort führen könnten (In fünf Minuten, achso die meinten um fünf Uhr nachmittags, oh, da geht es nicht, morgen? Nein, übermorgen um 10!). Also ausgemacht. Noch einmal eine feste Umarmung und viele Küsse von Mutter und Tochter.

Ich kann nicht sagen wer sich mehr über die herzliche Begegnung gefreut hat.

Ich bin zu alt für diesen Hipsterscheiß!

Vorgestern war ich auf einem Konzert von "Life in Film". Ich mag die Band, ich mag ihre Songs, ich mochte auch das Konzert. (Hört rein, very british!)
Davor spielte eine Vorband die ich auch mochte, aber irgendwie kam ich mir beim Zusehen und Zuhören so richtig alt vor. Ja genau, mit meinen jungen 24 Jahren ;-)

Die Bandmitglieder und auch einige im Publikum waren sicher nicht viel älter als 20, und man merkte ihnen das auch irgendwie doch an. Diese "Ich-bin-so-cool-mir-gehört-die-Welt" Einstellung, eine"Ich-hab-beim-Gitarre-Spielen-die-Chick-in-der-Pappn" Haltung, der ganze Rock'n'Roll der verkörpert werden will und auch unbedingt muss.

Ich bin das nicht mehr. So bin ich vielleicht mit 16-20 am Abend in der Altstadt rumgerannt, aber irgendwie bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich sag: das Leben is mehr als nur cool sein.

Ich bewunder die Jungen zwar irrsinnig für ihre Leichtigkeit, aber ich bin da irgendwie raus. Kann zwar noch ab und zu den Schalter umlegen und mich gehen lassen, hab aber nicht das Bedürfnis, zwanghaft cool rüberkommen zu müssen. Kann mich gehen lassen und muss mich nicht groß darum kümmern ob ich auch gut ankomm...

Es schwingt manchmal ein bisschen Melancholie mit, ich würd manchmal wieder gern zurück in diese Welt, aber ganz oft hab ich auch schon damit abgeschlossen. Ist auch gut so, dass man sich weiterentwickelt.

Donnerstag, 10. September 2015

Hallo holis! [Ein erstes Resümee]

holis hat eröffnet! [siehe hier]

Und ich war auch gleich am Eröffnungstag dort, nur leider viel zu kurz.
Nichtsdestotrotz konnte ich einen ersten Eindruck gewinnen, und ich muss sagen, es war wunderbar!
Richtig viele Leute, und richtig feine Sachen die hier angeboten wurden! :)

Natürlich vor allem "Grundnahrungsmittel" wie Brot, Obst, Gemüse, Milchprodukte, sowie verschiedene Müslimischungen und Knabbereien wie Nüsse und dergleichen. Mhmm! :)
Nebenbei gibt es auch Kaffee, Smoothies und kleine Snacks sowie tägliche Mittagsmenüs.

Der Shop ist schön groß und dennoch übersichtlich, hell und freundlich. Daumen hoch von mir, und ich freue mich schon auf weitere Besuche!

Und jetzt hab ich euch bis zum Schluss meine Einkäufe vorenthalten. Viel wars nicht, aber alle drei Produkte haben überzeugt!
Einmal Joghurt mit Marille im Glas, einmal Kürbiskernbrot, und ein spezielles holis-Brot, das wahnsinnig lecker schmeckt, und beim nächsten Besuch unbedingt wieder gekauft werden muss!


Einen ausführlicheren Post über holis gibt's auch bei The Green Bowl !









Mittwoch, 9. September 2015

Das Wort zum Sonntag (am Mittwoch): Öffne dich!

Da ich ja Theologie studiere, und es auf meinem Blog auch ab und zu über etwas Theologisches geht (wie der Titel so schön verspricht), möchte ich meine Gedanken zum letzten Sonntagsevangelium mit euch teilen.
Das mag jetzt für alle nicht-religiösen LeserInnen unter euch schrecklich fad und belehrend wirken - für mich persönlich war's aber wieder ein so unglaubliches AHA-Erlebnis, das auf die jetzige Situation so gut passte, dass ich nicht umher kann: ich kann NICHT SCHWEIGEN, ich muss mich (euch) öffnen!


Mk 7, 31-37

"In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus und kam über Sydon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis.
Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen:

Effata!
das heißt:
Öffne dich!

Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von den Fesseln befreit und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen."


Schon während dem Zuhören in der Kirche kam mir die aktuelle Asyl- und Flüchtlingspolitik unter (die dann auch der Pfarrer in seiner Predigt erwähnte). 
Nächstenliebe ist eines der großen Themen in der Bibel, und das sollten wir uns Christen auch WIRKLICH zu Herzen nehmen. Im Evangelium geht's drum, sich von Jesus "berühren" zu lassen, sich auf-rühren zu lassen. Sich zu öffen - für die Sorgen der Menschen, der "Nächsten". 
Sich nicht taub und stumm zu stellen, sondern den Mund aufzumachen, und sagen was Sache ist!

Punkt. Oder?!

Naja, das ist jetzt so einfach daher gesagt. Oft fällt uns das viel schwerer als gedacht...
Ich möchte euch aber von einem schönen Beispiel erzählen:

Eine gute Freundin von mir hat sich nicht (so wie ich) gescheut, sondern hat ihren Mund aufgemacht, und auf den politischen Facebookseiten unserer Gemeinde einen öffentlichen Brief an die BürgermeisterkandidatInnen gepostet, in dem sie sich für eine menschliche Asylpolitik in unserem Ort ausspricht. Danke, V.! Du hast meine vollste Bewunderung dafür! 

Ob religiös, christlich, oder auch nicht: Denken wir immer wieder daran, unsere Herzen zu öffnen - aus eigener Kraft, oder von Jesus oder unseren Mitmenschen berührt.
Ich glaub ganz fest daran: So muss Gesellschaft!

 


PS: Ein Off-Topic, aber auch zum Evangelium gehörend: Der Pfarrer sprach auch über die körperliche Berührung - bei Kindern, Jugendlichen, Paaren, etc. - und darüber, dass es älteren Menschen oft schwer falle, sich berühren zu lassen. Fand ich richtig gut! Auch wegen der ständigen Leibfeindlichkeit, die der Kirche vorgeworfen wird...

 

Dienstag, 1. September 2015

Gemeinsam gehen / #menschseininösterreich

Anschließend an meine zwei vorigen Posts, die eher hoffnungslos wirkten, möchte ich von gestern berichten.
Gestern Abend fanden nämlich in Wien und Linz Demos statt, unter dem Motto „Mensch sein in Österreich“.

Und der Andrang war – in Wien zumindest – ein Wahnsinn (für Linz kann ich nicht sprechen, finds aber großartig, dass dort auch eine statt fand)!
Es wird ja darüber diskutiert – wie über alles eigentlich im Netz, ob man weiße Kleidung tragen sollte bei der Demo, usw., was ich persönlich mittlerweile etwas anstrengend finde, wenn alles bis ins kleinste Detail zerfressen wird, weil man ja dies oder jenes anders auffassen kann – wie viele Menschen es wirklich waren in Wien.
Die Medien sprechen von 20 000, Teilnehmer sagen es waren weitaus mehr, wenn nicht sogar doppelt so viele.

Ich weiß es nicht, ich war mitten drin, und das Gefühl war unbeschreiblich!
Ich bin ja nicht so der große Fan von riesigen Menschenmassen, und manchmal war mir ein bisschen mulmig zumute, aber die Demo ist sowas von friedlich verlaufen, es war so eine positive Stimmung, teilweise wurde mehrmals „Refugees are welcome here“ gerufen, teilweise gingen die Menschen ruhig dahin.

Und dann wurde die geplante Route sogar bis zum Parlament ausgeweitet!
Oh, ich wünsch mir so sehr, dass das ein Zeichen gesetzt hat – so viele Menschen, die für Menschlichkeit plädieren, das MUSS einfach gegen die vielen Hasspostings im anonymen Internet wirken...

Zeitgleich und auch danach wurde am Westbahnhof den ankommenden Flüchtlingen geholfen, unzählige Freiwillige engagierten sich. Danke!

Es tut gut, etwas Hoffnung zu spüren und gemeinsam Zeichen zu setzen <3 wir dürfen nur nicht aufhören damit.

Freitag, 28. August 2015

Nachtrag: Talkin' bout a revolution/ #mundaufmachen

Ich muss hier noch etwas hinzufügen, das mit dem vorigen Post in Verbindung steht, und mich auch immer wieder ziemlich aufwühlt.
Dass es ziemlich viele dumme Leute gibt, die viel schimpfen, ist ja bekannt, besonders auf Facebook tümmeln sie sich.

Doch ich bekomm das zur Zeit auch immer wieder im Pausenraum in meiner Arbeit mit, und das macht schon ganz schön fertig. Natürlich sind die Kommentare nicht hardcore-mäßig, aber die Angst und vor allem die Haltung und Einstellung zur derzeitigen Ausländer- und Flüchtlingsthematik ist da, und wird auch (unter sich) ausgesprochen. Dazu tut die berühmt-berüchtigte österreichische Gratiszeitung, die auf jedem Essenstisch aufliegt, ihr übriges.

Ich weiß oft schon gar nicht mehr was ich dazu sagen soll. Es bringt einfach auch oft nichts, so deprimierend es klingt. In einer 15 Minuten Pause kann ich meine Argumente nicht vorbringen, und die Ängste und Vorbehalte in Luft auflösen. Was ich viel hilfreicher finde, wären Begegnungen mit geflüchteten Menschen. Das würde die Vorurteile wahrscheinlich leichter abbauen.

Wo ich hingegen schon meinen Mund aufreiße, ist wenn, wie vor ein paar Wochen passiert, ein Kunde an der Kassa vor mir über zwei Frauen mit Kopftuch lästert, die ein paar Kassen weiter gerade bezahlt haben. Der dann auch noch von mir und meiner Kollegin um Beifall und Anerkennung heischt, und meint, die zwei sollen doch "heimgehen" und "warum die denn auch hier seien". "Warum nicht?!", entgegnete ich.

"Ah, des hab i ma eh dacht, dass du SO ANE bist", sagte er. Ja, soll er doch so denken. Darf er gern wissen, dass ich "so eine" bin. Denn bei so einer Fremdenfeindlichkeit will und kann ich meinen Mund nicht halten.

#mundaufmachen

Talkin' bout a revolution

Tracy Chapman singt im Radio "Talkin' bout a revolution".

Ich möchte gleichzeitig weinen und mitsingen, schreien und zur Revolution aufrufen.
Ich bin wütend, fühl mich klein und schwach.

Ich weiß nicht was in Österreich, Europa und der ganzen Welt gerade los ist. Die Flüchtlingsthematik nimmt unvorstellbare Ausmaße an. Ständig  in den Nachrichten und Medien thematisiert, dürfen wir uns auf keinen Fall blind und taub stellen oder es gar werden. Deswegen muss auch ich darüber schreiben.

Mehrmals am Tag denke ich daran und darüber nach. Aber was hilft Nachdenken schon?!

Ich fühl mich einfach verzweifelt und hilflos.
Natürlich, jede/r Einzelne kann helfen, und das will ich jetzt auch in Angriff nehmen, aber es gibt so viele Dinge, die stehen nicht in meiner Macht.
Ich verfüge leider nicht über Wohnraum, den ich als Unterkunft anbieten könnte (und über den, von dem ich weiß dass er grundsätzlich freisteht, kann ich leider nicht entscheiden).

Noch weniger Einfluss hab ich auf die Politik, und die macht seit längerer Zeit schon viel zu viel falsch. Menschlichkeit und Nächstenliebe zählen hier anscheinend nicht.






Ich kann meine Gedanken kaum ordnen, rede um den heißen Brei, weiß eigentlich nicht was ich sagen soll.
Ich weiß nur dass sich was ändern muss!


Demo: Mensch sein in Österreich


PS: Auf meinem Blog will ich nicht ausschließlich sudern und jammern, aber wie es die Umstände so wollen... Und natürlich kann ich hier meine Kritik, Überlegungen etc. anbringen.
Es wird auf jeden Fall demnächst auch wieder Erfreuliches und Interessantes zu lesen geben! :)


Donnerstag, 20. August 2015

Grüß Gott, Bitteschön, Dankeschön, Auf Wiedersehn! [Gedanken einer Kassiererin]

Dieses Jahr sitze ich schon zum dritten Mal in Folge für mehrere Wochen an der Kasse in einem großen Supermarkt. Wenn ich "groß" schreibe, meine ich auch groß, die Kassenbesetzung fängt mit 6 Kassiererinnen an, das Warenangebot ist riesig.
Und in diesem Job habe ich mittlerweile schon einiges mitbekommen, und ich sag's euch: ich beneid sie echt nicht, die KassiererInnen (bei uns arbeiten nur Frauen an der Kassa, deswegen bleib ich für diesen Beitrag erstmal dabei)!

Neben dem normalen Stress und dem alltäglichen Hin und Her an der Kassa (laut is, weil nebenan der Schuster hämmert, heiß war's während der Hundstage - keine Klimaanlage!), gibt's so viele dermaßen unfreundliche Leute, das is nimmer schön!
Letztens bin ich angeschnauzt worden, ob ich nicht warten könne bis die beiden Herrschaften mit dem Auflegen der Waren fertig sind. Auch gut, kann ich länger in die Luft schaun. Aber warum gleich so unfreundlich?!

Tja, dreiste Leute gibt's, aber folgende "Sorte" möcht ich euch noch genauer vorstellen:
Kunde XY kommt, mit Wagen, schiebt ihn vorbei (wir haben einen Spiegel, um unten in den Wagen zu sehn; natürlich muss aber der Kunde da stehen bleiben, sonst seh ich genau genommen nix!), sagt "4 Mal Bier" (oder auch Mineral... was auch immer), und steht schon am Bankomatschalter, ohne auch nur erwähnt zu haben, damit zahlen zu wollen.

Grrrrrrrrrrrrrrmmmml... !!!

Ja, wir haben ein Nummernsystem, das heißt ich brauch bei vielen Sorten keine Bierflasche ums in den Computer einzugeben! Aber es wäre sehr freundlich und hilfsbereit, wenn mir der Kunde sagen würde, wieviel Bierkisten er/sie hat, welche Sorte (es is ja nicht so, dass das Geschäft nur 4 Biersorten führen würde, nein, wir haben 130!), usw. Ich seh da nicht so gut über das Pult drüber, und 100 Mal am Tag aufstehn ist auch mühsam...




Lustig find ich auch Leute, die viel mehr von einer Sorte kaufen, als sie dürfen, also z.B. 10 Kisten Bier. NEIN das ist nicht mehr Haushaltsmenge, liebe Leute! Nur weil's im Angebot ist, rasten da einige oft ganz schön aus. Die Bitte, doch mehrere Male ins Geschäft zu fahren, damit es nicht unangenehm für mich wird, wenn ich alles auf einmal verkaufe, verstehen die dann auch nicht...





NEIN, ich hab hier nicht jeden x-beliebigen Kilopreis von Obst, Gemüse oder Fleisch, wenn Kunden vergessen haben zu wiegen, oder auf den Wurstsackerln der Strichcode und Preis fehlt. Wie wärs mit selbst denken?! :-D

NEIN, ich kann als arme Ferialjobberin nichts dafür, dass ich alle Weinkartons und manche Steigen Bier aufreißen muss, weil der Strichcode nicht geht oder wir keine Nummer im System haben.

NEIN, ich kann nicht schneller wie der Computer sein, wenn ich schon andere Sachen im System hab, und der Kunde davor sein/ihr Geld zurück will...

NEIN, ich will nicht zum hundertsten Mal 20 Euro in 2 Euro Münzen kurz vor Kassenschluss...









Der Kunde ist König, aber irgendwann hörts dann bei mir auf... Gott sei Dank sind nicht alle so, und es gibt auch sehr viele freundliche Leut, die sich bemühen, mir alles genau ansagen (bei einem vollen Wagen mit verschiedenen Getränken kann auch leicht ein Durcheinander entstehen!).

Ich hab mich vorher noch nie mit dem KassiererInnendasein beschäftigt, würde aber alle bitten, sich in die Haut von KassiererInnen mal hineinzufühlen während man einkauft. Wir sind auch nur Menschen.


Dienstag, 4. August 2015

"Hallo holis!" [Shoperöffnung]

In weniger als einem Monat eröffnet in Linz ein neuer Shop - JUHU! :)

"holis" wird ein ganz besonderes Lebensmittelgeschäft sein! Warum?
holis steht für gesunde Bio-Lebensmittel und der Philosophie "zero waste", also keine Verpackungen.
Ist das nicht toll? Ich freu mich so und bin schon richtig gespannt, was ich dort alles finden werde!

Seit dem Buch "Plastikfreie Zone" von Sandra Krautwaschl (siehe Buchtipp weiter unten) beschäftige ich mich mehr mit dem Thema. Kann nicht mehr einkaufen ohne abzuwägen was das größere Übel ist - bio mit Plastik oder nicht-bio ohne?! Schmerzt mich jede unnötige und auch "nötige" Plastikverpackung. Ich würd's so gern schaffen auf einen Großteil dieses Mülls zu verzichten! (Höhö, und das ist auch so ein riesengroßer Plan von mir, eine Idee die mich nicht mehr loslässt und sich aber so schwierig umsetzen lässt. But stay tuned ;-) ).

Ich glaub und hoff aber dass holis mich da unterstützen kann :) Und noch mehr freu ich mich wenn das Konzept so richtig aufgeht und in möglichst vielen Ländern und Städten umgesetzt wird!

Von meinen Erfahrungen bei den ersten Einkäufen werd ich sicher hier berichten!


Mehr Info unter:

http://holis-market.at/

holis market
Johann-Konrad-Vogel-Straße 7-9
4020 Linz

Donnerstag, 30. Juli 2015

Leseliste #1

Anstatt ausführlicher Kommentare zu einzelnen Büchern möchte ich hier ein paar auflisten, die ich in den letzten Monaten, Wochen und vor allem im Urlaub gelesen hatte, und ebenso ein paar nennen, die (oft schon viel zu lange) auf meiner Leseliste stehen. Vielleicht ist ja das eine oder andere Buch für euch dabei.

  • The Notebook - Nicholas Sparks
  • My week with Marilyn - Colin Clark
Diese beiden Bücher sind schon etwas länger her, aber ich hab sie beide total gern gelesen. Das erste kitschig, süß und traurig (wie auch der Film), das zweite eine schillernde Begegnung Clarks mit Marilyn Monroe (ebenfalls ein sehenswerter Film).

  • Ein ganzes halbes Jahr - Jojo Moyes
  • Weit weg und doch ganz nah - Jojo Moyes
Jojo Moyes fährt ja zur Zeit ganz gut mit ihren Büchern, seit "Ein ganzes halbes Jahr" so einschlug. Ich les' sie aber auch unheimlich gern, weil die Geschichten so nett sind, und es sich so leicht liest - also im Urlaub, zum Abschalten o.ä. Bin auch schon auf der Suche nach weiteren von ihr ;-)


  • Ich habe den Todesengel überlebt: Ein Mengele-Opfer erzählt - Eva Mozes Kor
  • Wir treffen uns wieder im Paradies - Christel Zachert
Zwei Schicksale, die nicht unberührt lassen.

  • Ich kauf nichts! Wie ich durch Shoppingdiät glücklich wurde - Nunu Kaller
  • Aus dem Rhythmus - Uli Sanou
Zwei österreichische Autorinnen, beide inspiriert von ihrem Leben. Die eine beschreibt ihre Shoppingdiät, die andere schuf auf Basis ihrer Erfahrungen in Afrika und der Trommlerszene einen spannenden Krimi, gespickt mit einigen interessanten Facts über das Trommeln, die Musik und die Kultur. 


Auf meiner persönlichen Leseliste stehen einige deutsche und englische Klassiker wie z.B.: 
  • Die Wand
  • 1984
  • The Great Gatsby
  • To kill a mockingbird
(Dem Lehrerstudium sei dank) Jugendbücher wie 
  • The curious incident of the dog in the night-time

(Dem Theologiestudium sei dank) Bücher von 
  • Elie Wiesel und Jean Amery

Gerade aber liegen auf meinem Nachtisch "Die Chroniken von Narnia" und "Leb wohl, Schlaraffenland" von Roland Düringer.

Wie ihr seht, lese ich eine bunte Mischung :)
Habt ihr noch irgendwelche Lesetipps für mich?!

Dienstag, 28. Juli 2015

Gute Gespräche und mein Theologiestudium [Gedanken einer Studentin]

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich noch an dem selben Abend, von dem ich erzähle, schreiben. Voll Feuer und Flamme ging ich heim, doch dann kam die Müdigkeit, und da es am nächsten Tag nach Bratislava ging - siehe ein paar Posts weiter unten - wurde er verschoben... und verschoben... doch die Gedanken blieben, und hier ist er.


Am letzten Junitag, nachdem ich am Abend meine letzte Lehrveranstaltung hinter mich gebracht habe, ging ich noch zu einem Treffen einer Gruppe, die sich mit Homosexualität und Glaube auseinandersetzt. Ja tatsächlich, auch so etwas gibt es, und ich bin so wahnsinnig froh darüber.

Ich bin so wahnsinnig froh darüber, dass ich mit dieser Gruppe Kontakt knüpfen konnte, bin froh über die Leute die ich dadurch kennen lernen durfte, über die gemeinsamen Gespräche und Aktivitäten. Es wird diskutiert und debattiert, kritisiert und konkretisiert.

Vielleicht hängts auch damit zusammen dass da so viele unterschiedliche Leute zusammenkommen, die auch alle ein gutes Stück älter sind als ich, und so ganz andere und viel mehr Erfahrungen hineinbringen. Das ist wahnsinnig spannend, und diese guten Gespräche möchte ich nicht missen.

Ich liebe es an Diskussionsabenden, Vorträgen o.ä. zu verschiedenen theologischen Themen teilzunehmen, und zu sehen, dass viele Menschen doch noch am Glauben und einer Kirche interessiert sind.Gemeinsam lässt sich der Traum von einer gemeinsamen Kirche viel besser träumen und leben.

Solche Abende, Diskussionen, solch ein Austausch erinnert mich dann immer wieder daran, wie glücklich ich darüber bin, meine Studiumrichtung gewählt zu haben! Wie wäre es mir gegangen wenn ich Spanisch anstatt Religion gewählt hätte (was durchaus zur Auswahl stand)? Ich entschied eigentlich aus dem Bauch heraus, ohne wirklich zu wissen was auf mich zukommt. Kämpfte mich durch die eine oder andere Vorlesung, besonders die der Philosophie, und bin aber so zufrieden und wahnsinnig froh mit meiner Entscheidung!

Das Theologiestudium hat mir nicht nur von den Lehrveranstaltungen etwas gebracht, sondern mich auch persönlich wachsen und reifen lassen, und das vor allem auch im Austausch mit StudienkollegInnen, Vortragenden, Bekannten und anderweitige Begegnungen...



Freitag, 24. Juli 2015

Laudato Si! [Die neue Umweltenzyklika und eine Podiumsdiskussion]

'Laudato Si!' - so lautet die zweite Enzyklika von Papst Franziskus, die am 18. Juni erschien. "Über die Sorge für das gemeinsame Haus" als ihr Untertitel, beschäftigt sie sich mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz, und zeigt dadurch entstehende soziale Ungerechtigkeiten auf. 

Nicht mal eine Woche nach der Erscheinung lud die Katholische Fakultät zu einer Podiumsdiskussion dazu auf, mit einigen nennenswerten TeilnehmerInnen:

Bundesminister DI Andrä Rupprechter (Landwirtschaft und Umwelt)
Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz
Univ.-Prof. MMag. Dr. Ingeborg Gabriel (Sozialethik Wien)
Abg.z.NR Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne)

Unter der Moderation von CR MMag. Dr. Paul Wuthe (Kathpress).

Doch was war der Inhalt dieser Diskussion, und wurde hier überhaupt diskutiert?
Zuerst einmal wurde die Enzyklika 'hochgelobt'.
Ich muss gestehen, ich hab sie noch (immer) nicht gelesen, ich hab mir selber dazu noch kein Urteil bilden können.
Doch wie ich fand, wurde zu wenig diskutiert, und noch viel weniger Konkretes behandelt. Ich frage mich, ob die Enzyklika auch so unkonkret bleibt. 

So weit ich es herausgehört habe, wird die Wichtigkeit der Erde, der Umwelt und der Ressourcen betont, und der Umgang von uns Menschen damit von Papst Franziskus aufs Schärfste kritisiert (was ich ganz wunderbar finde!). Es wird auch betont, dass der Westen, also wir 'Wohlstandsmenschen', massiv daran teilhaben, und Ausbeute auf Kosten der Menschen der Entwicklungsländer und der Umwelt betreiben.

Ich frage mich aber, was nach dieser Kritik kommt - dazu blieb bei mir nicht viel hängen. Die Enzyklika ruft zum Umdenken auf, aber wie sieht das konkret aus?!
Ich hätte da ein paar Ansätze (einer schwieriger umzusetzen als der andere), aber viel wurde in der Podiumsdiskussion nicht erwähnt, sowohl von Seiten der Kirche, der Universität als auch der Politik nicht. Da wurde höchstens mit Zahlen um sich geworfen (wie viel wir nicht als Entschädigung für dies und das gezahlt haben), aber konkret?! Was kann hier jede/r Einzelne tun?
Mir geht es nicht um Geld und Finanzierungen, mir geht es um ein Handeln, um ein Ändern.
Ich denke, so schwer es auch gelingen mag, müssen wir Menschen versuchen unser Leben und unseren Konsum zu ändern.
Das konnte ich nicht heraushören.


Der Ansatz der Katholischen Jugend in Hinblick auf die Enzyklika gefällt mir zum Beispiel sehr gut. Die KJ will das Thema 'Nachhaltigkeit' mehr einbinden, und die Enzyklika auch für Jugendliche aufbereiten.

Abschließend möchte ich auch noch auf die Tatsache hinweisen, dass die Enzyklika als eine für 'alle' Menschen - also nicht nur ChristInnen - gehandelt wird. Was heißt das?
Es ist wahrscheinlich so gemeint, dass die Umwelt uns alle angeht. Der Papst setzt hier ein klares gesellschaftliches und politisches Zeichen. Natürlich motivieren sich Nicht-ChristInnen nicht unbedingt aus einem Glauben heraus zu umweltfreundlichen Handeln. Aber ich denke dass besonders diese Enzyklika auch spannend für die gesamte Gesellschaft sein kann, und Ansätze zum Umdenken bietet.

Theologie soll ohnehin nicht im stillen Kämmerlein sitzen, sondern hinausgehen und (nein, nicht den Glauben jedem/jeder reindrücken) und sich mit den Themen der Gesellschaft beschäftigen.
Das mag ich auch am jetzigen Papst so, dass er mitmischt, und (zumindest in einigen Bereichen) sagt was Sache ist.

Ich bin gespannt wie es weitergeht. Und hoffentlich werd ich demnächst Zeit finden um die Enzyklika zu lesen.

Linz, du machst dich!

Gestern habe ich im Zuge des Pflasterspektakels (Sehr zu empfehlen, siehe http://www.pflasterspektakel.at/2015/de/index.asp) wieder mal einen Abend in der Stadt verbracht, mit der ich groß wurde, in der ich meine Teenie Jahre verbrachte, Schulen besuchte, Mittagspausen verbrachte und das Fortgehen übte.

Und ich muss sagen: Linz macht sich!

Ich habe jetzt natürlich nicht viel gesehen, war mehr auf die Künstler fokussiert, sah aber im Vorbeigehen ein vielversprechendes Lokal das Frozen Yoghurt anbot (Ja, ich weiß, die gibts zu hunderten), nette Lokale die ich noch nicht kannte, und stolperte über zwei Shops, die mein Herz höher schlugen ließen:

"Nord", ein Shop mit nordischen Designstücken, hat mich sofort gefesselt als ich Stücke von der finnischen Designmarke "Marimekko" in der Auslage sah. Liebe, Liebe, Liebe, aber leider hat das ganze auch seinen Preis... Nun ja, zum Schauen und Gustieren werd' ich sicher des öfteren vorbei schauen!

http://nord-design.at/

"Maronski", ein wundertolles Label mit fairer Mode aus Wien, hat neben dem Standort in der Hauptstadt anscheinend auch einen in der Linzer Altstadt - wieso wusste ich davon noch nicht?!? Nun gut, auch hier fehlt noch das Geld, aber es ist so toll und fair und schön und... ach.

http://maronski.at/

Nicht zu vergessen mein fairer Lieblingsladen ECO (http://eco-store.at/), und der ganz besondere Laden, der im September aufmacht, und über den ich hoffentlich ganz bald schreiben werde...

Warum mich die positive Veränderung der Stahlstadt so freut? Das ist eine andere Geschichte, über die ich auch (hoffentlich ganz) bald schreiben werde...

Donnerstag, 9. Juli 2015

Summer [breathe]

Semesterende. Ferienbeginn.

Gerade noch fühle ich mich etwas leer - und das obwohl ich schon etwa seit einer Woche freie Zeit genießen darf. "Frei" war diese aber keineswegs, vielmehr durchgeplant, es ging nach Bratislava (siehe letzter Post), nach Wien, nach Salzburg und wieder in die Heimat.

Heute ist also der erste Tag an dem ich "ankommen" kann, bevor's übermorgen in den Urlaub geht - eine Woche Kroatien, danach ein paar Tage in die Schweiz.
Sommer. Sonne. Meer.
Ich freu' mich schon drauf. All den Stress der letzten Wochen fallen lassen und mal nur entspannen und genießen.

Ich freu mich aber auch auf die Zeit danach, wenn ich wieder daheim bin - und endlich in der neuen Wohnung ganz ankommen und mich einleben kann.
Mich mit lieben Leuten wiedertreffen kann, laue Sommerabende am Balkon, im Garten und der Terrasse genießen kann. Bei Lagerfeuer, Gegrilltem oder Aperol Sprizz.

Sommer schmeckt so süß.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Einmal Bratislava und zurück [Mein Reisetagebuch]

Der Sommer ist da, die Ferien haben (für mich heute) angefangen.

Es ist 22.30, ich bin frisch geduscht, die Füße sind hochgelagert (wie gut das tut nach so einem Tag!).
Ein wundervoller Tag liegt hinter mir, den ich gemeinsam mit J. und K. verbringen durfte.
Und da meine heutige Aufgabe die der Reisereporterin ist (nachdem ich die beiden erfolgreich als Reisefotografin und Reiseführerin eingeteilt habe :-P), gibt es nun diesen Artikel.

Vor etwas mehr als 12 Stunden kamen wir mit dem Zug in Bratislava an, drei Studentinnen, ein Geburtstagsgeschenk (an uns alle).
Das frühe Aufstehen - am ersten Ferientag! - war es wert, der Tag versprach ein sonniger zu werden.

Gleichmal den Bus in die falsche Richtung genommen, durch ein Schlagloch - rumms! - aber für die Fahrt in die richtige Richtung geschickt Plätze besetzt, bevor eine Horde österreichischer Schülerinnen den Bus stürmte (Oh und Schulgruppen fielen mir in den letzten Tagen einige in Wien auf - letzte Schulwoche ahoi - Vorfreude auf das zukünftige Lehrerdarsein inklusive!). Eine unfreundliche Mitfahrerin später - und das nur, weil K. eben aus dem Bus aussteigen wollte - waren wir angekommen.

Erstmal orientieren, und in Richtung Altstadt. Und diese Altstadt ist eine schöne, mit kleinen Gassen, alten Gebäuden, vielen Lokalen.
Wir mochten vielleicht heute etwas herumgeirrt sein, man kann es aber auch als ein "Treiben lassen" bezeichnen. Ein erstes Ziel stand aber fest: das sowjetische Kriegerdenkmal, ziemlich beeindruckend.

Zurück in die Altstadt, etwas Bummeln, Wasser kaufen (ganz wichtig heute!), Kofola kaufen (= slowakisches Cola, wir haben die Edition mit Orangen-Zimt Geschmack erwischt, oder schmeckt das immer so?!).

Ein kleiner Snack, und dann durch die Altstadt, über Plätze, durch Marktstände. Eine kleine aber erfolgreiche Shoppingtour mit etwas Hin und Her (Frauen sind manchmal etwas unschlüssig, Achtung: Klischee!).

Die Hitze nahm zu, mein Kopfweh auch. Wir suchten Schutz und Schatten hinter der Stadtmauer. Oh, was für ein schönes Wortbild, die Stadtmauer, die Schutz bietet - ja vor was eigentlich? Nun ja, das was wir da erspähten, war mehr als gruselig... ich wills hier nicht erzählen, aber ich sollt vor dem Schlafen gehen nicht daran denken :-/.
Uns, das heißt K. und ich, hielt das zumindest von einem kurzen Nachmittagsschläfchen nicht ab.

Danach stand nicht mehr viel an, außer ein nettes Lokal für das Abendessen suchen *hüstel*. Hier begann der Spaß. Endlich war eins gefunden. Zuerst konnten wir uns nicht entscheiden, ein Salat klang verlockend bei der Hitze, Brimsennocken sind slowakische Spezialität. Was dann kam, war, nun ja... ein Reinfall.

Ich will hier nicht ins Detail gehen, ich sag nur, meine Freundinnen sind keine Fans von "Grammeln" (für deutsche Leser: grobe Würfeln aus Schweinespeck). Und der war halt sowohl in den Nockerln als auch im Caesar Salat (?!). Dieser Caesar Salat war ohnehin eine Eigenkreation, mit Backerbsen anstatt Croutons und Gouda statt Parmesan. Wer kann, der kann (oder eben auch nicht...). Dafür gab's noch einen Kuchen, und die Grammeln bescherten uns zumindest auf der Heimfahrt einige lustige Momente...

Ich hab den Tag sehr genossen, danke J. und K. für die tolle Idee! :) Ich bin froh, dass ich euch kennen lernen durfte (nicht lachen, K. ;) ), ihr habt mir die letzten 1 1/2 Jahre in Wien sehr verschönert! Und ich bin ja Gott sei dank ab Herbst nicht aus dieser Welt und noch immer Chor :)

PS: Dies war kein Bratislava-Guide, mehr eine Beschreibung meines heutigen Tages. Wir haben uns auch nicht intensiv mit der Stadt auseinandergesetzt, mehr einen Tag in ihr verbracht, ein bisschen slowakische Luft geschnuppert und den Flair der Stadt gespürt. Fazit: Eine Reise wert, für einen Tagesausflug (von Wien aus) oder für ein Wochenende. Die Altstadt ist besonders schön.




Dienstag, 30. Juni 2015

Einfach mal einen Brief schreiben...


Gute Aktionen für Flüchtlinge sprießen zur Zeit nur so aus dem Boden, Menschen engagieren sich - sei es beim Geld und Sachspenden sammeln und austeilen, oder aber auch bei einer ganz besonderen:
Sie kostet kein Geld, kaum Zeit, nur ein paar nette Worte.
Und seien wir uns doch ehrlich, wie selten schreiben viele von uns noch Briefe, und vergessen oft, was das eigentlich für eine wundervolle Beschäftigung ist <3

Herzliche Einladung zum Mitmachen:
https://www.aufstehn.at/


Bald geht's hier wieder weiter, ab morgen beginnen meine Ferien - 3 Monate in denen ich hier vieles umsetzen kann, was ich schon viel zu lange vorhatte. Ich freu mich!

Donnerstag, 25. Juni 2015

Lesestoff: Alter Vogel, flieg!

"Alter Vogel, flieg. Tagebuch einer pflegenden Tochter" von Bärbel Danneberg.

Das Buch hab ich zum ersten Mal vor Jahren bei J. gesehen - und wollte es unbedingt lesen!
Vor ein paar Monaten habe ich es mir endlich ausgeborgt.

Die Pflege von alten Menschen ist etwas das viele von uns angeht oder angehen wird. Großeltern und/oder Eltern - viele Menschen werden im Alter pflegebedürftig sein. Und wer nimmt sich dann ihrer an?

Bärbel Danneberg, gelernte Krankenschwester und Journalistin in Pension, kümmert sich gemeinsam mit ihrem Mann um ihre demenzkranke Mutter. Fünf Jahre pflegt sie die alte Frau tagtäglich und führt danebenTagebuchaufzeichnungen. Mit dem anfänglichen Motiv der Nächstenliebe und Mutterliebe kommen im Pflegealltag auch die schweren Momente, die Erschöpftheit und Aussichtslosigkeit. Danneberg gibt einen sehr guten Einblick in das, was die Betreuenden und die alte kranke Frau beschäftigt, wie sie miteinander umgehen. Interessant fand ich auch die Rückblicke in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, in Form von Briefen von Mutter und Vater.

Das Buch regt zum Nachdenken an, Danneberg kritisiert z.B. auch die Umstände der Pflege, die von Staat und Gesellschaft gegeben sind, merkt an, das Pflege noch immer eine "typisch weibliche" Tätigkeit ist. Die Erlebnisse am Ende des Buches sind für Danneberg besonders schwer.

Ich habe das Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge gelesen. Lachend deshalb, weil die Begegnungen mit der alten dementen Frau auch immer wieder Schönes hervorbrachten und sich dadurch Neues auftat. Ich kann das Buch nur empfehlen, es liest sich sehr gut, und das Thema ist ein ganz anderes als all die anderen Bücher die ich bisher gelesen habe.

Donnerstag, 18. Juni 2015

sich dumm fühlen [Gedanken einer Studentin]


Dieser Post geht einher mit dem Stress, der jetzt auf so viele StudentInnen von uns zukommt (oder schon länger da ist, oder sich sowieso seit Anfang des Semesters durchzieht?!).

Das nagt auch irgendwie gerade am Blog, wie ich merke. Ich habe zur Zeit wenig Lust, mit Worten zu jonglieren, mich herzusetzen und mir Texte zu überlegen. Gestern hab ich dann aus lauter Frust eine Postidee gelöscht, weil ich dachte: "Interessiert eh keine(n)".

Neben dem Stress gibt es da aber etwas Anderes, das manchmal an mir nagt: dieses Gefühl, auch kurz vor dem Studienabschluss eine Anfängerin zu sein, eigentlich von Nichts eine Ahnung zu haben.
Das kommt vor allem in Vorlesungen und anderen Lehrveranstaltungen auf, wenn die Profs von irgendwas daherschwafeln, wovon ich absolut keine Ahnung zu haben schein. Zudem werfen sie mit Namen und Büchern um sich, die man nicht schon alle lesen hätte sollen, oder wir (als AnglistInnen, TheologInnen, "Studierte" halt) auf unsere Leseliste setzen sollten.

Das fällt mir vor allem extrem auf der Theologie auf. Angefangen bei den Philosophen und Kirchenvätern, über die ganzen Konzilstexte bis hin zu TheologInnen der Neuzeit (die mich schon eher interessieren). Ganz zu schweigen von anderer Literatur, die ebenfalls relevant wär, wie Romane von Elie Wiesel, Jean Amery, Hartmut Lange.
Und die Bibel, die haben wir TheologInnen ja eh schon mindestens 5 Mal von hinten bis vorne durchgelesen (Zeit, beschämt auf den Boden zu blicken, und sich ganz fest vorzunehmen, endlich einmal damit zu beginnen)!
Griechisch, Hebräisch und Latein – ein Klacks, und den Katechismus kann ich natürlich auch auswendig!
Blöd aber auch, dass mein Studium auf eine weitreichende Literatur blicken kann, von der die ersten Werke schon vor über 2000 Jahren entstanden!

In manchen Situationen fühl ich mich dann so richtig klein und dumm. Unwissend und unbelesen. Manchmal bewundere ich Leute, die so Sachen lernen, und sie sich dann auch über lange Zeit hinweg merken.
Aber ich muss mich damit abfinden: Aus mir wird mal keine hochstudierte Professorin, die jeden Namen, jede Zahl, jede Theorie usw. auswendig weiß! Und das find ich persönlich auch ganz ok. Nicht jede(r) kann alles wissen; wichtiger ist für mich, dass ich mich interessiere, mich weiterbilde, für Sachen begeistere und Neues entdecken will. Diese Einstellung möchte ich mir auch als Lehrerin beibehalten. Für mich, und für meine SchülerInnen.


Somit könnt ich schon mit mir zufrieden sein, wären da nur nicht immer diese vorwurfsvollen Blicke des Professors, und dieses kleine, stichelnde Gefühl in mir drin, das mir zu verstehen gibt: das hättest du jetzt aber schon wissen müssen!

Sonntag, 14. Juni 2015

A Mensch mecht i bleib'n

Heute mal kein Text von mir, sondern ich greif auf einen österreichischen Sänger und Liederschreiber zurück.


Wolfgang Ambros - A Mensch mecht i bleib'n
https://www.youtube.com/watch?v=p0cM_ZdYOU4


Ich finde der Text ist heute aktueller denn je, und ich möchte hier nichts mehr hinzufügen.



Schönen Sonntag!

Donnerstag, 11. Juni 2015

Lesestoff: Plastikfreie Zone

Ein weiteres Buch, das ich hier vorstellen möchte, ist "Plastikfreie Zone. Wie meine Familie es schafft, fast ohne Kunststoff zu leben" von Sandra Krautwaschl. Es stand schon länger auf meiner Leseliste, und das Thema ist eins, das mich zur Zeit besonders interessiert.



...Nach dem Film "Plastic Planet" ist Sandra Krautwaschl schockiert über die Ausmaße unseres Plastikkonsums. Sie macht sich Gedanken über die Auswirkungen auf Gesundheit und Natur, und beschließt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern ein Experiment zu starten: einen Monat wollen sie ohne Plastik leben. Und so beschreibt sie die Umstellungen (egal ob im Lebensmittel-, Haushalts- oder Schul- und Kinderbereich) und die damit anfangs verbundenen Schwierigkeiten.


Bei dem spannenden Projekt gefällt mir aber besonders, dass Sandra Krautwaschl noch auf dem Boden bleibt: sie ist pragmatisch, was nicht ersetzt werden kann (wie Computer, Handy, Geschirrspüler etc.), muss bleiben. Das Experiment soll allen noch Spaß machen. Und so schafft die Familie es, die Zeitspanne zu verlängern und verlängern, und kein Ende mehr zu setzen...



Das Ganze ist jetzt schon 6 Jahre her, und auch nach so vielen Jahren lebt die Familie noch zum Großteil ohne Plastik! Auf ihrem Blog http://www.keinheimfuerplastik.at/ hält Sandra Krautwaschl ihre Eindrücke und Veränderungen noch immer fest, und gibt Tipps für diejenigen die es auch einmal ausprobieren wollen. 




Das Thema beschäftigt mich seitdem, ich kann nicht mehr in einen Supermarkt gehen ohne die Berge an Plastikverpackungen zu sehen. Ich habe angefangen, etwas mehr darauf zu achten, aber die Tipps bei weitem nicht umgesetzt. Aber wer weiß was der Herbst so bringen mag, ich habe da so meine Ideen, und in meiner Heimatstadt macht auch ein ganz besonderes Geschäft auf...
Aber dazu ein anderes Mal mehr!

Dienstag, 9. Juni 2015

Eine Zuggeschichte

Letzten Freitag fuhr ich mit dem Zug nach Hause. (Ich bin Studentin, und mein Heimatort liegt von meinem Studienort ca. 1 1/2 Stunden Zugfahrt entfernt).

Ich bin mir noch immer uneinig, ob ich das Zugfahren mag. Zu kalt, zu heiß, zu laut, zu viele Menschen - am Sonntag, bei der Rückreise, traf vieles davon zu.
Am Freitag jedoch hatte ich Glück und fand ein Abteil mit angenehmen Sitznachbarinnen. Als ich stehen blieb und kurz überlegte, dann aber hörte dass die beiden Englisch sprachen, schlug das Anglistinnenherz in mir höher, und ich zögerte nicht lange und setzte mich hinein.

Ich weiß nicht wie's euch geht, aber wenn mich Leute interessieren, kann ich schwer umher als sie nicht ein wenig zu "belauschen". Da bekomm ich trotz Ipod und Unilektüre so einiges mit. In dem Fall war die eine für einen kürzeren Besuch da, die andere wollte ein Jahr oder länger bleiben. Die beiden Amerikanerinnen hielten einen Reiseführer in der Hand und tauschten sich darüber aus.

In solchen Situationen kitzelt es mich immer, und ich würd mich nur allzugern ins Gespräch einmischen. Oft siegt dann das stille Mäuschen in mir, und ich halt meinen Mund; aber zu gern würd ich wissen: Wo kommen die beiden her? Was haben sie vor? Was halten sie von Österreich? Ich glaub dass ist auch was, das mich ausmacht: ein kommunikativer Mensch (wenn ich meine anfängliche Schüchternheit überwunden hab), und wahnsinnig interessiert an anderen Kulturen, Lebensweisen, Menschen.

Gleichzeitig interessierte mich, was sie über mich dachten: da sitzt ein junges Mädl und liest ein englisches Buch über Gottesrede und Gottesmetaphern (meine derzeitige Seminararbeit die mich quält). Finden die das komisch?! Okay?!

Ich schwieg aber weiter und schnappte das ein oder andere Wort auf.

Als dann der Schaffner kam, und sich mit dem einen Ticket der Dame nicht auskannte, sah ich meine Chance! - Jetzt konnte ich übersetzen (und vermeiden dass der Schaffner sein allzu schlechtes Englisch, das in dieser bekannten Bahn in Österreich zu gern verwendet wird, benützt). Fehlanzeige. Ihm war's gleich (oder er wollte sich nicht blamieren) und er ging.

Nun war's aber so weit: mein Handyinternet gab den Geist auf, und mein Englisch tat's ebenso (= ich verstand ein Wort nicht). Einmal zu meiner Nachbarin gewandt fragte ich ganz lieb, ob sie mir weiterhelfen könne, was das heiße. Sie erklärte es mir. Dankeschön, und noch ein erklärendes "my internet is not working, we're right in the middle of nowhere" (Entschuldigung an die Niederösterreicher!), und schon war das Gespräch wieder vorbei.

Beim Ausstieg lächelte mich die junge Frau noch mal an und sagte "Bye, and good luck with your studies!".
Ach, wie gern hätte ich mich mit ihr unterhalten. Ihre Geschichten kennengelernt. Ihnen etwas von Österreich erzählt. Einfach mich mal nett mit Fremden unterhalten. Jeden Tag gibt es so viele Situationen, in denen man Menschen trifft, zu denen man keinen Kontakt hat, mit denen man "aneinander vorbei lebt".
Ein nettes Wort finden, ein Lächeln schenken. Und sich nicht mehr so fremd sein.



Montag, 1. Juni 2015

Lesestoff: Ich geb dir noch eine Chance, Gott!


Mein zweites Buch, das ich hier vorstellen will, ist ein Kinderbuch.


"Ich geb dir noch eine Chance, Gott!" von Gudrun Pausewang beschäftigt sich mit Fragen rund um Gott, Theodizee und die Ungerechtigkeiten in der Welt.



Auf ihrem Heimweg von der Schule muss Nina mit ansehen, wie eine Katze überfahren wird und ihr Junges allein zurückbleibt. Wie kann Gott das nur zulassen? Da Ninas Mutter kein Tier in der Wohnung will, sucht Nina nach einem Platz für sich und das Katzenjunge - und nach jemandem, der ihr die Sache mit Gott erklären kann. So zieht sie von daheim aus los und trifft auf ihrem Weg alle möglichen Menschen. 
So ein Kinderbuch (ok, ich geb zu, zur Zeit les ich situationsbedingt weniger oft Kinderbücher ;-), aber ich denk, ich hab als Kind einige kennengelernt...) hab ich noch nie gelesen. Klar, es gibt den Xaverl ("Wenn du meinst lieber Gott", von Lene Mayer-Skumanz), aber die kleine Nina geht da schon mit einer ganz anderen Radikalität ins Gespräch mit Gott. Richtig wütend und traurig ist sie, und kann absolut nicht begreifen, warum die Katze sterben musste:

'"Gott", schrie Nina zum Himmel, du bist nicht lieb! Und es ist dir ganz egal, ob jemand zu dir betet und um was er bittet! Die Katze hat niemandem etwas Böses getan. Warum muss sie sterben?'


Und das ist es ja, was uns alle beschäftigt, die Großen wie auch die Kleinen - diese Ungerechtigkeit angesichts des Todes, und das Zweifeln an Gott.
Am Ende des Buches trifft Nina dann auf einen Sprayer, der sich die Zeit nimmt ihr zu erklären, was es mit Gott auf sich hat.

Ich glaub, das Buch bringt auch (jung gebliebene) Erwachsene zum Nachdenken.

Teilweise find' ich persönlich es auch fast zu krass geschrieben für Kinder. Dass so ein kleines Mädl den ganzen Abend und die Nacht hindurch durch die Stadt rennt, dabei sogar auf einen "Onkel" trifft, der sie ins Auto einlädt usw., find ich schon ein wenig heftig. Aber Gudrun Pausewang spart halt nicht mit der Realität des Lebens. 
Und gleichzeitig beschäftigt sie sich mit einer (für religiöse Menschen) ganz zentralen Frage: Wieso gibt es Leid in dieser Welt und wie kann Gott das zulassen?

Freitag, 29. Mai 2015

Neid, Hass, Toleranz und Nächstenliebe in der weiten Welt des Internets oder: mein Zweifel an der Menschlichkeit

Ich bin "has", wie der Wiener sagen würd, dermaßen "heiß".
Nein, nicht nur wütend, sondern auch traurig und enttäuscht.
Und deswegen entschuldigt's bitte diesen Post voller Schimpfwörter, ich schau dass ich mich beherrsch.

Ich zweifle mittlerweile an der Menschheit und an der Menschlichkeit.

Dass das Internet ein Ort is, wo ein Haufen "Schaß" drinnen steht, dürft ja jetzt nicht so überraschend sein. Jeder und jede kann seine Meinung (bis zu einem gewissen Grad) kundtun und plärrt alles, was ihn oder sie beschäftigt in die Welt hinaus (gut, das mach ich hier ja auch).
Aber manche Kommentare (ich will ja nicht die Leut dahinter beleidigen) sind unter aller Sau und mit soviel Blödheit gesegnet, dass es nicht nur weh tut, nein, es macht mir auch Angst.

Facebook ist da ein ganz besonderer Ort des Meinung-in-Welt-Hinausschreiens.
Ich will hier gar nicht von den ganzen bunt-politischen Seiten reden, das ist sowieso ein Wahnsinn. Da schimpft gepunktet über kariert, und auch bei den Parteien, wo man glaubt es wär ein wenig besser, verstecken sich oft ganz krasse Typen.

Wovon ich hier aber reden will, ist das was ich heute früh gelesen hab.
Da geh ich auf die Facebookseite eines bekannten sozialen Vereins einer Religionsgemeinschaft, die aufruft für Flüchtlinge zu sammeln. Und scheinbar haben manche Leute nichts Besseres zu tun, also über die Formulierung Witze zu reißen (von wegen ob die Windeln auch neuwertig sein müssen), oder ihren Grant darüber in die Welt zu schreien, dass die Flüchtlinge eh genug haben oder der besagte Verein das nicht 1:1 weitergibt.
Ich mein, GEHT'S NOCH?!?

Ich glaube da haben ein paar ganz viele Menschen hier in unserem Wohlstandsland noch immer nicht begriffen, wie die Situation wirklich ausschaut. Dass Menschen alles hinter sich lassen und vor Krieg, Terror und Gewalt flüchten, hier ankommen und NICHTS haben, und dann auch noch hin- und hergeschoben werden.

Ja, ich weiß, auch hier gibt's Armut. Das fängt schon bei alleinerziehenden Müttern an, oder Pensionisten, die gerade das Nötigste zum Leben haben. Darum geht's hier aber (jetzt) gerade nicht.

Es geht drum (und das klingt jetzt wunderbar kitschig und idealistisch) dass wir teilen und auf den Anderen schauen, und wenn das nicht in unserer Macht steht (weil nicht genug Geld oder Zeit oder beides - denn ja, man kann auch Zeit spenden! Siehe Webseite der besagten nicht-gesagten Organisation) - dann soll man entweder seine Stimme erheben (weil die hat man), oder, und das muss ich jetzt einfach in meiner ein bissl aggressiv-bedingten Situation gerade sagen: die Pappen halten.

Ich bekomm echt schon Angst in einer Welt und Zeit, wo so eine hitzige Stimmung gegen Arme und Ausgegrenzte herrscht. Wo das Leben und die Würde eines Menschen offenbar nichts mehr wert ist.

Wie schön ist es doch, wenn es dann doch noch Hoffnungsfunken in Form von Menschlichkeit in der Welt gibt.


(Und ich versprech's, "irgendwann" demnächst kommt leichtere Kost, und auch wieder allgemein mehr, aber zur Zeit is viel los, und ich hatte mehrere Tage kein Internet...)

Dienstag, 19. Mai 2015

4 Wochen "Über Gott und die Welt": Ein Resümee

Seit einem guten Monat ist "Über Gott und die Welt" nun online.

Was geschah seitdem?
Wie geht's mir dabei?
Wie wird's weitergehn?

Und vor allem: Was ist das jetzt nun eigentlich für ein Blog?! :D

Ich lese einige Blogs, schon länger, und das quer durch die Bank. Fashion, Lifestyle, Rezepte, Reisen usw. - all das sind Themen von gängigen Blogs, die viel Erfolg haben (Und die ich mit einer sehr gespaltenen Meinung les - aber ich les sie ja doch - zugegeben mein Laster! Dafür schau ich keine Serien ;-) ).

Daneben gibt es noch die stilleren, kleinen, die sich mit einem nachhaltigeren Lebensstil beschäftigen (die gutegüte zB http://www.guteguete.at/, oder die schon mal erwähnte Nunu https://ichkaufnix.wordpress.com/ oder auch die Tanja http://www.blattgruen.me/). Ein anderes Genre sind dann die Theologen unter den Bloggern (gut ich muss zugeben, die les ich persönlich eher weniger, aber ich kenn da zwei bekannte Gesichter aus OÖ).

Und was ist meiner?

Ich würd mich, wie der Blonde Engel so schön singt, als "irgendwo dazwischen" bezeichnen (https://www.youtube.com/watch?v=g8dwLzHcT8c).

Also nein, nicht ganz natürlich.
Ich mach hier weder einen auf mega Lifestyle, noch bin ich ein Fashiongirl (im Gegenteil: die Kunst, Selfies zu schießen und megacool in die Kamera zu schauen, besitze ich nicht). Rezepte? Fehlanzeige, mein Kochen besteht aus einfachen Studentengerichten (bis jetzt, wer weiß, vielleicht baue ich das noch aus; dass es blogtauglich wird, wage ich zu bezweifeln).

Reisen, ja, das kann ich mir vorstellen (wobei mein Jet-Set-Leben finanziell und zeitlich auch beschränkt ist).
Aber vor allem ist mein Blog hier so meine Art öffentliches Tagebuch oder meine Kolumne, in der ich Themen anspreche, die mich beschäftigen. Und die drehen sich um Alltag, Gesellschaft(skritik), Theologie, Ökologie, Nachhaltigkeit und vieles mehr. Mein Leben, und worüber ich mir Gedanken mache.

Mir macht's Spaß, und ich hätt's schon viel früher machen sollen!
Ich hoffe, es interessiert auch wen da draußen im world wide web (ich frage mich jedesmal, wer denn hinter den Seitenaufrufen steckt! hihi), was ich da so von mir geb.

Nun ja, so sieht's derweil aus. Neben der immer wieder aufkehrenden Frage "Was mach ich, wenn mir die Ideen ausgehen?!", denk ich mir "Egal, lass' auf dich zukommen!" und so lang's mir daugt, und mir was einfällt, gibt's hier auch Stoff!

Ich freu mich übrigens auf Feedback jeder Art - ob face to face von lieben Bekannten, oder hier als Kommentar von lieben Anonymen! ;)

ich_weltkind xxx



Samstag, 16. Mai 2015

Mit:leiden:schafft. Eine Passionsperformance.


Es ist schon länger her, doch es wirkt noch immer nach. So wie auch das Osterereignis nachwirken sollte... Und somit nehm ich die Woche zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten her für eine kleine Rückschau:


Für den heurigen Karfreitag haben 40 Jugendliche aus Steyr-Umgebung mit dem Schauspieler Hannes Benedetto Pircher die Passion Christi erarbeitet und in Steyr und Garsten aufgeführt, mit Schauspiel, Musik, Tanz, selbstgemachten Videos.

Es war einzigartig und es hat mich berührt, und noch immer muss ich zurückdenken. 

Ich wusste nicht, was mich erwartet, und bin umgehauen worden von dem Ergebnis. Es war so ein intensives Stück, mit schnellen und dichten Dialogen, vollgepackt mit tiefgründigen Aussagen und Zitaten aus Bibel, Philosophie und heutiger Zeit. Man konnte hinter die Personen der biblischen Erzählung blicken. Was beschäftigte Petrus, was bewegte Judas, was beunruhigte die Mutter Maria und was (oder wer?) berührte Jesus?

Gut, man muss hier anmerken: Es war oft wahnsinnig dicht! Sogar ich, als Theologin, hatte manchmal Schwierigkeiten mitzukommen - päm, päm, päm, Argument auf Argument, Zitat nach Zitat! Nicht leicht, wenn man z.B. kirchlich/theologisch nicht ganz so sozialisiert ist, aber auf jeden Fall eine tolle Herausforderung!

Nicht nur die Musik hinterließ eine Gänsehaut, sondern auch die Botschaft der Barmherzigkeit, und das Hoffen der JüngerInnen Jesu auf ihn und was mit und durch ihn kommen soll. Dazu kam dieses gleichzeitige menschliche Ringen Jesu mit dem bevorstehenden Tod, und das Vertrauen auf Gottes Plan.


Für einen kleinen Eindruck der Arbeit davor:
https://www.youtube.com/watch?v=KHDpY4us2zc


Ich bin den Jugendlichen und Mitwirkenden so dankbar für diese tolle Arbeit, die sie geleistet haben, und freu mich so für sie, dass die beiden Vorstellungen so ein großer Erfolg waren (Schade, dass die Leidensgeschichte halt nur am Karfreitag Sinn macht - es hätte sicher noch mehr Nachfragen für Vorstellungen gegeben.). Die biblische Erzählung auf moderne Weise aufzugreifen und auf so positive Weise zu hinterfragen - Bravo!


Und somit bleibt "nur noch" die Frage: Was ist vom Osterereignis in unserer heutigen Zeit noch vorhanden...?





Montag, 11. Mai 2015

Lesestoff: Oskar und die Dame in Rosa

Ich möchte hier am Blog so eine Art fixe Kategorie einführen. Und zwar handelt es sich um Buchrezensionen, von Büchern die mir am Herzen liegen.

Beginnen möchte ich mit zwei ungewöhnlichen Büchern, denn besonders beim zweiten handelt es sich eindeutig nicht um Erwachsenenliteratur (der Titel bleibt zumindest noch eine Überraschung ;) ). Sie haben aber eines gemeinsam: Sie befassen sich mit der Theodizee-Frage, also der Frage nach Gott angesichts des Leids in der Welt.

Das erste Buch, „Oskar und die Dame in Rosa“, wurde von Eric-Emmanuel Schmitt geschrieben und erschien 2002. Es handelt von dem kleinen Jungen Oskar, der im Krankenhaus liegt, und Leukämie hat. Er weiß, dass er bald sterben wird.

Das Buch ist in Briefform verfasst, da ihm die „Dame in Rosa“ (eine der Damen, die die Kranken ehrenamtlich besuchen) rät, Briefe an Gott zu schreiben. Oskar mag die „Oma Rosa“ besonders gerne, und so beginnt er auch damit. Außerdem sagt Oma Rosa zu ihm, dass er sein Leben in 12 Tagen einfach so leben soll, als ob ein Tag 10 Jahre ausmache.
Somit erlebt er in den wenigen Tagen sehr viel und entwickelt durch die Briefe (s)eine Beziehung zu Gott. Er befasst sich auch intensiv mit dem Verlauf der Zeit und dem bevorstehenden Tod.

Ich finde das Buch sehr besonders, sehr aussagekräftig, und würde es sowohl von der Art und Weise als auch vom "Können" her sofort dem "Kleinen Prinzen" von Saint-Exupery zuordnen. Es ist für mich sowohl (entschuldigt mir den abgedroschenen Ausdruck!) theologisch als auch pädagogisch sehr „wertvoll“. Ich habe mich in einigen Gedankengängen wieder gefunden, es sind Gedanken, die uns ein Leben lang beschäftigen können.

Ich möchte noch zwei Zitate hier anbringen, die mich tief berührt haben:

“Die interessanten Fragen bleiben immer Fragen. Sie bergen ein Geheimnis. Jeder Antwort muss man ein ‚vielleicht’ hinzufügen. Nur uninteressante Fragen haben eine endgültige Antwort.“
(Oma Rosa zu Oskar)

Ich danke dir, lieber Gott, dass (…) Du mich an die Hand genommen und mich mitten in das Herz des Geheimnisses geführt hast, um das Geheimnis anzuschauen. Danke.
(Oma Rosa)


Meine nächste Challenge wird dann wahrscheinlich sein, dass ich das Buch auf Französisch lese ;-)
Habt ihr noch mehr Literaturtipps für mich? Bücher, die euch viel bedeuten?